Die deutsche Handelsbilanz schließt für 1930 mit einem Ausfuhrüberschuß von 1,1 Mrd. RM, unter Einrechnung der Reparationssachlieferungen sogar von 1,8 Mrd. RM ab (Zollabrechnungen sind dabei berücksichtigt). Gegenüber 1929 ist die Einfuhr um mehr als 3 Mrd. RM, die Ausfuhr dagegen nur um rd. 11/2 Mrd. RM gesunken. Die aktive Handelsbilanz wurde vielfach als Zeichen eines fortschreitenden Gesundungsprozesses der deutschen Wirtschaft betrachtet. Diese Auffassung ist jedoch nur zu einem - sogar ziemlich kleinen - Teil richtig: Die aktive Handelsbilanz ist zunächst überwiegend ein Krisensymptom. Eingehendere Überlegungen zeigen, daß es selbst im günstigsten Fall noch viele Jahre dauern wird, ehe die Handelsbilanz einen dauernden, für die Reparationszahlungen ausreichenden Überschuß abwerfen kann.
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