Während die Konjunkturprognosen einen so festen Unterbau gewonnen haben, daß sich beispielsweise die Entwicklung des Arbeitsmarkts auf 3 bis 6 Monate, mindestens hinsichtlich der Bewegung, mit fast absoluter Sicherheit vorausberechnen läßt,sind die Strukturprognosen, die den Grundzug der Bewegung auf eine Reihe von Jahren vorauszusagen suchen, aus naturgegebenen Gründen bei weitem nicht mit annähernd der gleichen Sicherheit aufzustellen. Denn die vielfältigen Wandlungen, die die weltwirtschaftliche Struktur im nächsten Jahrzehnt erfahren kann, entziehen sich zum großen Teil jeder Vorausberechnung. Im folgenden handelt es sich also lediglich darum, verschiedene Überlegungen über die Entwicklungsmöglichkeiten des Außenhandels auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Dabei braucht nicht betont zu werden, daß diese Überlegungen nichts anderes vermögen, als die in den gegenwärtigen Wirtschaftssystemen liegenden Tendenzen in die Zukunft zu projizieren. Eine gewisse Berechtigung der für diezukünftige Gestaltung des Außenhandels aufgestellten Prognosen ergibt sich aus der Beobachtung, daß sich die aufgezeigten Tendenzen bisher über alle anderen Strukturveränderungen hinweg mit erstaunlich großer Konstanz durchgesetzt haben. Es versteht sich von selbst, daß derartige Überlegungen die kurzfristigen (Konjunktur - ) Schwankungen der Wirtschaft außer Betracht lassen müssen. Das bedeutet, daß - selbst wenn die Strukturprognose zahlenmäßig vollkommen zutreffend wäre - in den einzelnen Jahren erhebliche konjunkturelle Abweichungen von dem skizzierten Durchschnittsbild zu erwarten sind.
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