Die englischen Währungsschwierigkeiten

DIW Wochenbericht 26 / 1931, S. 105-108

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Abstract

Die Aufhebung der Goldeinlösungspflicht für Noten der Bank von England hat die Weltwirtschaft in neue Unruhe versetzt. Handelte es sich bei der deutschen Kreditkrise, die im Juli ausbrach, um eine Erschütterung des Vertrauens zu Deutschland und zu den mitteleuropäischen Schuldnerländern, so dürften die jetzt in England akut gewordenen Schwierigkeiten wesentlich weiter greifen: Zahllose Verträge in der ganzen Welt, zahllose Vermögensanlagen in allen Erdteilen lauten auf englische Pfund und sind so an das Schicksal der englischen Währung gebunden. Durch die Einstellung der Goldeinlösung, mit der eine Diskonterhöhung von 4 ½ auf 6% einherging, werden zwar die Zahlungen Gro8britanniens an seine ausländischen Gläubiger nicht berührt, die Zahlungen verlieren aber infolge des Disagios des Pfundes an Realwert. Sollten diese Wertverschiebungen sich vergrößern und längere Zeit andauern, so wäre für die ganze Weltwirtschaft mit beträchtlichen Störungen der bisherigen Kredit- und Handelsbeziehungen zu rechnen.


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