Die Anzeichen der Besserung im deutschen Lebensversicherungsgeschäft mehren sich. Die Policenbeleihungen dürften bereits nachgelassen haben. Das Neugeschäft zeigt nicht nur der Zahl, sondern auch der Summe nach seit kurzem Ansätze zu einer Belebung. Die vorzeitigen Lösungen nehmen kaum noch zu. Der Versicherungsbestand stagniert, Prämieneinnahmen und langfristige Ausleihungen setzen ihren Rückgang kaum noch fort. Je mehr sich die Einkommenslage der Bevölkerung bessert, desto mehr ist mit einer nachhaltigen Belebung des Neugeschäfts zu rechnen. Von der weiteren Entwicklung des Einkommens wird es in erster Linie abhängen, ob die Prämien wieder regelmäßiger gezahlt werden, ob der vorzeitige Abgang zurückgehen wird und Versicherungsbestand, Prämieneinnahmen und letztlich auch die langfristigen Ausleihungen wieder ansteigen. Die deutsche Lebensversicherung, bei der sich im Jahr 1933 rd. 3/4 Mrd. RM Sparkapital in Form von Prämienzahlungen ansammeln dürften, kann mit einem Versicherungsbestand von rd. 19 Mrd. RM und einem Anlagenbestand (ohne Aufwertungsanlagen) von rd. 3lU Mrd. RM ihren Aufbau wieder fortsetzen, nachdem nun die Rückschläge der Krise zum größten Teil überwunden sind.
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