11. Juni 2014

SOEP Brown Bag Seminar

Eingabenstatistiken – Eine Quelle zur Rekonstruktion von Lebensqualität in der DDR?

Termin

11. Juni 2014
12:30 - 13:30

Ort

Eleanor-Dulles-Raum
DIW Berlin im Quartier 110
Room 5.2.010
Anton-Wilhelm-Amo-Straße 58
10117 Berlin

Sprecher*innen

Prof. Ulrich Kohler und Dr. Marian Krawietz (beide Universität Potsdam)

Bisher hat sich die Forschung selten auf Basis quantitativer Methoden mit gesellschaftlichen Entwicklungen in der DDR befasst. Deshalb ist auch die Ergebnislage zu etablierten sozialwissenschaftlichen Konzepten deutlich eingeschränkt. Dazu zählt auch, dass nur ein begrenztes Wissen zur Lebensqualität in der DDR vorhanden ist. Eine der Hauptgründe für die bestehenden Desiderata sind fehlende Daten, die repräsentative und längsschnittliche Untersuchungen ermöglichen könnten. In unserem Vortrag werden wir deshalb eine bisher in der Forschung weitestgehend übersehene Datenbasis vorstellen, mit der zukünftig quantitative Forschungen zur Lebensqualität in der DDR möglich werden sollen. Dabei handelt es sich um sog. Eingabenstatistiken. In dieser Datenquelle, die ein Produkt des staatlichen Berichtswesens darstellte, wurden durch den Bürger verfasste und an den Staat adressierte Bitten, Wünsche und Beschwerden gezählt und kategorisiert. Da wir es jedoch mit dem Quellennachlass eines totalitären Staates zu tun haben und dieser Umstand die Datenvalidität fragwürdig macht, möchten wir mit dem Vortrag unterschiedliche Verfahren zur Prüfung der Aussagekraft unserer Quelle und erste Ergebnisse unserer Studien vorstellen. Dabei spielt die SOEP-Stichprobe C eine bedeutende Rolle, da wir davon ausgehen, dass hohe Korrelationen zwischen den Messungen zur Lebensqualität im SOEP und unseren Statistiken, den Wert unserer Quelle untermauern können. Darüber hinaus präsentierten wir erste Ergebnisse einer historischen Validierungsstudie, die bereits den Wert der Eingabenstatistiken für die Erforschung der Lebensqualität unterstreicht. Der Vortrag basiert dabei auf einem kürzlich bei der DFG eingereichten Forschungsantrag.

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