DIW Wochenbericht 22 / 1991, S. 293-300
Heinrich Machowski, Ulrich Weißenburger
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Die Talfahrt der sowjetischen Wirtschaft beschleunig,t sich. Das Bruttosozialprodukt sank im ersten Quartal 1991 gegenüber der entsprechenden Vorjahrsperiode um 8 vH, die Verbraucherpreise stiegen um 24 vH. Das Defizit im Unionshaushalt hat mit 27 Mrd. Rubel den Planansatz für 1991 schon im Frühjahr überschritten. Seit der Preisreform vom 2. April 1991 haben sich die Lebenshaltungskosten drastisch erhöht, die Versorgungslage hat sich aber nicht gebessert. Der Außenhandel mit den mittel- und osteuropäischen sowie mit den westeuropäischen Partnern droht zusammenzubrechen. Politisch und wirtschaftlich motivierte Streiks sowie der Konflikt zwischen der Union und den Republiken haben die Wirtschaft gelähmt. Ohne einen einvernehmlichen Unionsvertrag erscheinen ein wirksames Krisenmanagement und erfolgreiche Wirtschaftsreformen als unmöglich. Die sowjetische Wirtschaft ist heute mehr denn je auf die westliche, besonders auf die westeuropäische Unterstützung mit Kapital, Fachwissen und Technik angewiesen. Stabilität der sowjetischen Wirtschaft ist erforderlich, damit das ökonomische Zusammenwachsen des Kontinents unter den neuen politischen Rahmenbedingungen erfolgreich sein kann.
Themen: Konjunktur
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