Das Einkommen in den freien Berufen

DIW Wochenbericht 37 / 1991, S. 521-531

Klaus-Dietrich Bedau

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Abstract

ln Westdeutschland waren 1990 rund 407 000 Personen in einem freien Beruf tätig. ln den letzten Jahrzehnten hat sich die Zahl der Freiberufler wesentlich stärker als die der übrigen Erwerbstätigen erhöht. ln der DDR waren die freien Berufe aus ideologischen Gründen zurückgedrängt worden; doch mit der "Wende" entfielen die Zugangsbeschränkungen. Für 1990 wird die Zahl der freiberuflich Tätigen in Ostdeutschland auf jahresdurchschnittlich 16 000 Personen geschätzt; eine schnelle Zunahme auf 100 000 ist zu erwarten. "Aktuellste" Informationen über die Einkommenslage in den freien Berufen bietet die Einkommensteuerstatistik 1986, nach der die Hälfte der Freiberufler in Westdeutschland Einkünfte aus selbständiger Arbeit in Höhe von maximal 58 000 DM (1983: 60 000 DM) erzielte. ln den einzelnen Berufsgruppen haben sich die Einkünfte allerdings unterschiedlich entwickelt: Das Einkommen, das die Hälfte der Ärzte höchstens erreichte (Median), blieb von 1983 bis 1986 nahezu konstant, die obere Einkommensgrenze für die Hälfte der Zahnärzte nahm leicht zu, die für die Hälfte der Rechtsanwälte sank beträchtlich. Unter den 13 662 Einkommensmillionären, die es 1986 in der Bundesrepublik Deutschland gab, waren die Freiberufler mit 1 132 Fällen (8 vH) vertreten. Einkünfte von 5 Mill. DM oder mehr deklarierten 1986 1 356 Steuerpflichtige, darunter 13 Freiberufler (1 vH).


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