Verschuldungslage der meisten Entwicklungsländer bleibt problematisch

DIW Wochenbericht 49 / 1991, S. 695-699

Hans J. Petersen

get_appGesamtausgabe/ Whole Issue (PDF  3.78 MB)

Abstract

Nach den neuesten Angaben der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds (IWF) zur Verschuldungslage der Entwicklungsländer werden deren Schulden insgesamt weiter steigen; die Schuldenlast - das sind die Schulden und der Schuldendienst im Verhältnis zum Bruttosozialprodukt und zum Export von Gütern und Diensten - der relativ stark verschuldeten Entwicklungsländer wird aber weiterhin abnehmen. Sie hatte sich nach dem Ausbruch der internationalen Schuldenkrise im Jahre 1982 rapide erhöht, in den letzten Jahren war sie aber insgesamt wieder rückläufig. Diese Entwicklung wird wesentlich bestimmt durch ein verbessertes internationales "Schuldenmanagement'; bei dem zunehmend auch unkonventionelle Maßnahmen zur Schuldenentlastung eingesetzt werden: Beträchtliche Hoffnungen heften sich darüber hinaus an den wirtschaftspolitischen Strategiewechsel, mit dem eine immer größere Zahl von Entwicklungsländern, durch Anpassungsprogramme der Weltbank und des IWF unterstützt, auf mehr Marktwirtschaft und Weltmarktintegration setzt. Beide Institutionen relativieren ihre optimistische Sicht allerdings durch Kautelen und kritische Kommentare zu den weltwirtschaftlichen und entwicklungspolitischen Rahmenbedingungen. Betrachtet man die präsentierten Schuldenlast-Indikatoren vor diesem Hintergrund genauer, so erscheint die Perspektive für eine Konsolidierung der überschuldeten Entwicklungsländer per Saldo immer noch als ziemlich trübe.


Die Publikation ist gemäß der Creative-Commons-Lizenz CC-BY-4.0 nachnutzbar: https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/

keyboard_arrow_up