DIW Wochenbericht 25 / 1990, S. 327-334
Horst Lambrecht
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Der Handel zwischen den beiden deutschen Staaten hat in der Vergangenheit eine wichtige Rolle gespielt. Nachdem die Währungsunion feststeht und die Überwindung der deutschen Teilung abzusehen ist, wird dieser Güteraustausch seinen Charakter und seine Funktionen ändern. Die von der Bundesregierung getroffenen Erleichterungen für den Warenverkehr mit der DDR haben dies schon eingeleitet; der Staatsvertrag über die Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion hat diesen Schritt mit seiner Generalklausel über die nur noch begrenzte Wirksamkeit des Berliner Abkommens besiegelt. Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden deutschen Staaten werden sich intensiver entwickeln denn je, und es wird zu einer schnellen Reintegration beider deutscher Volkswirtschaften kommen. Die Statistik über den Warenverkehr zwischen der Bundesrepublik und der Deutschen Demokratischen Republik für die ersten vier Monate dieses Jahres deutet dies bereits an. Allerdings ist auch für die nächste Zeit mit Lieferüberhängen gegenüber der DDR zu rechnen. Damit verbunden sind erhebliche wirtschaftliche und soziale Folgen in der DDR. Es sollte deshalb überlegt werden, welche wirtschaftspolitischen Instrumente geeignet sind, die Wettbewerbsfähigkeit der DDR-Wirtschaft schrittweise zu fördern. Der "Fonds Deutsche Einheit" und die Importsteuer sind für eine gezielte Strukturanpassung nicht ausreichend .
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