DIW Wochenbericht 40 / 1990, S. 563-569
Jochen A. Hübener
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Die Bautätigkeit in Westdeutschland hat sich 1990 weiter verstärkt; im Wohnungsbau kam es zu einer boomartigen Produktionsausweitung. Dagegen verlief die Entwicklung im Wirtschaftsbau eher verhalten. Der öffentliche Bau verzeichnete gar Produktionsrückgänge. Indes sind Anzeichen einer Nachfrageabschwächung auszumachen. Im Wohnungsbau zeigen sich im Bereich des zinsreagiblen Einfamilienhausbaus leichte Nachfrageschwächen. Nachfragerückgänge weist der gewerbliche Tiefbau auf. Auch im öffentlichen Bau tendiert die Nachfrageentwicklung nach unten. Da sich die Nachfrage erfahrungsgemäß verzögert in der Produktion niederschlägt, wird die Bautätigkeit 1991 - wenn auch abgeschwächt - noch zunehmen und einen weiteren Beschäftigtenanstieg ermöglichen. Bei der Preisentwicklung kann nicht mit Entlastungen gerechnet werden. In der DDR ist die Produktion in der Bauwirtschaft im ersten Halbjahr 1990 und auch in den Sommermonaten deutlich gesunken. Insbesondere der Wohnungsbau ging zurück. Der drängende Baubedarf und die Verbesserung der Finanzierungssituation der Kommunen lassen aber einen baldigen Anstieg erwarten.
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