DIW Wochenbericht 48 / 1990, S. 674-677
Franz Wittke
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Das natürliche Wasserdargebot ist in Westdeutschland wegen günstigerer klimatischer und geologischer Gegebenheiten pro Einwohner fast doppelt so hoch wie in den neuen Bundesländern. Während die Trinkwasserversorgung Westdeutschlands überwiegend auf Grund- und Quellwasser beruht, wird in Ostdeutschland in erheblichem Umfang Wasser aus Talsperren genutzt. Der Wasserverbrauch hat sich in den beiden Landesteilen - wenn auch auf unterschiedlichem Niveau - in der Vergangenheit ähnlich entwickelt. Einer Verminderung des Verbrauchs in industriellen Sektoren stand eine steigende Nachfrage der privaten Haushalte gegenüber. Allerdings hat sich hier der Verbrauchsanstieg in den achtziger Jahren deutlich abgeschwächt. Künftig dürfte sich die Verbrauchssteigerung in beiden Landesteilen in engen Grenzen halten. Mengenmäßige Versorgungsprobleme sind beim Trinkwasser zwar nicht zu erwarten. Wegen der starken Umweltbelastungen muß aber, bei Ausbleiben entsprechender Gegenmaßnahmen, mit erheblichen Qualitätsproblemen gerechnet werden. In den östlichen Bundesländern sind sie besonders gravierend und bedürfen dringlich einer Lösung.
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