Osthandel 1988: Auftriebskräfte noch immer schwach

DIW Wochenbericht 16 / 1989, S. 175-183

Jochen Bethkenhagen

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Abstract

Der Außenhandel der Bundesrepublik Deutschland mit den europäischen Mitgliedstaaten des Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) - hier als Osthandel bezeichnet - entwickelte sich 1988 sehr uneinheitlich. Nominal nahmen die Exporte insgesamt um 11 vH zu; allerdings expandierten lediglich die Ausfuhren in die Sowjetunion und nach Polen (jeweils um etwa 20 vH). Die Importe aus den RGW-Staaten überschritten das Vorjahresergebnis dagegen nur um 1 vH. Die Ausfuhrpreise stiegen schätzungsweise um 3 vH, die der Einfuhr gingen um 2 vH zurück (UdSSR: -9 vH). Mit einem Anteil von 3,5 vH am gesamten Außenhandel blieb der Osthandel für die Bundesrepublik von geringer Bedeutung. Dies ist auf die geringe Kaufkraft der RGW-Staaten und auf die schwache Wettbewerbsposition dieser Länder zurückzuführen. Exportmarktanteile wurden u.a. gegenüber den sog. "vier Tigern"; den asiatischen Schwellenländern Hongkong, Singapur, Südkorea und Taiwan, verloren. Diese wettbewerbsstarken Länder haben ihre Exporte auf wenige Warengruppen konzentriert. Sie profitierten von der Nachfrage nach Maschinen und elektrotechnischen Produkten, die sich sehr dynamisch entwickelte. Damit konnten sie ihren Anteil an den Importen der Bundesrepublik innerhalb der letzten 15 Jahre verdoppeln, während der der kleineren RGW-Länder sich um ein Viertel verminderte.


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