Sowjetische Außenwirtschaft: Devisenknappheit behindert Außenwirtschaftsreform

DIW Wochenbericht 34 / 1989, S. 410-415

Heinrich Machowski

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Abstract

Der Außenhandel hat für die sowjetische Wirtschaft auch im vergangenen Jahr ein ungünstiges Ergebnis gebracht. Die Terms of Trade haben sich zum dritten Mal in Reihenfolge spürbar verschlechtert (-8 vH). Verursacht wurde diese Entwicklung in erster Linie durch den gesunkenen Exportpreis des Mineralöls (im Handel mit den RGW-Staaten: -15 vH, im Handel mit den OECD-Staaten: - 22,5 vH). Es zeigte sich erneut, daß es in der UdSSR nicht genug konkurrenzfähige Halb- und Fertigwaren gibt, um die Einbußen aus dem Verkauf von Mineralöl und Erdgas zu kompensieren. Insgesamt hat der Außenhandel zu den Versorgungsschwierigkeiten auf dem sowjetischen Binnenmarkt beigetragen. Die von der sowjetischen Führung angestrebte stärkere Integration der Wirtschaft in die Weltwirtschaft erfordert den Aufbau einer wettbewerbsfähigen verarbeitenden Industrie. Dies kann - wenn überhaupt - nicht vor Mitte der neunziger Jahre gelingen. Ungewiß bleibt, ob die neuen Bestimmungen zur Außenwirtschaftsreform angesichts der spürbaren Devisenknappheit in die Praxis umgesetzt werden können


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