DIW Wochenbericht 11 / 1988, S. 149-157
Horst Lambrecht
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In den deutsch-deutschen Wirtschaftsbeziehungen ist die Entwicklung schon seit langem unbefriedigend. Dieser Tatbestand wurde bis 1985 aber durch die Hochpreise von Energieträgern und Rohstoffen überdeckt. Erst nachdem 1986 eine gegenläufige Tendenz eingesetzt hatte, ist die Struktur- und Wachstumsschwäche des innerdeutschen Handels wieder ins Bewußtsein gerückt. Die gegenseitigen Wirtschaftsbeziehungen sind sowohl von wirtschaftlichen als auch den politischen Rahmenbedingungen abhängig. Anders als zu Beginn der siebziger Jahre, als beide Bedingungen günstig waren, fehlt heute diese Übereinstimmung. Die politischen Rahmenbedingungen sind - insbesondere nach dem Besuch des SED-Generalsekretärs Honecker in der Bundesrepublik Deutschland im September 1987 - ausgesprochen positiv, die ökonomischen demgegenüber negativ. Die DDR hat beträchtliche wirtschaftliche Schwierigkeiten. Diese haben 1987 ihren Außenhandel wie auch den innerdeutschen Handel überschattet. Die Entwicklung im Jahr 1988 dürfte ebenfalls davon beeinträchtigt werden. Umso wichtiger ist es, langfristig nach neuen Möglichkeiten zur Förderung dieses Handels zu suchen.
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