Osthandel verliert erneut an Bedeutung

DIW Wochenbericht 13 / 1988, S. 182-191

Jochen Bethkenhagen

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Abstract

Die Außenhandelsverflechtung der Bundesrepublik Deutschland mit den europäischen Mitgliedstaaten des Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) - hier als Osthandel bezeichnet - ist auch 1987 geringer geworden. Bei nominal stagnierenden Gesamteinfuhren und -ausfuhren der Bundesrepublik gingen die Importe aus den RGW-Staaten um 14 vH, die Exporte dorthin um 9 vH zurück. Vom Außenhandelsumsatz (Einfuhr plus Ausfuhr) der Bundesrepublik in Höhe von 937 Mrd. DM entfielen lediglich 33 Mrd. DM auf die RGW-Staaten, das entspricht einem Anteil von 3,6 vH (1986: 4,0 vH). Besonders starke Einbußen waren im Handel mit der UdSSR zu verzeichnen. Die Importe nahmen 1987 vor allem infolge des Preisrückgangs bei Erdgas ab. Die beträchtlichen Kaufkraftverluste der UdSSR aus dem Verfall der Energiepreise beeinträchtigten die Ausfuhrentwicklung. Im Außenhandelsumsatz mit den kleineren RGW-Ländern war der Rückgang mit 4 vH geringer als im Jahr zuvor. Die Chancen für einen Aufschwung des Osthandels sind - trotz Verbesserungen im politischen Klima - nicht günstig. Dem hohen Bedarf aller RGW-Staaten an moderner technischer Ausrüstung der Produktionsanlagen stehen nur eng begrenzte Finanzierungsmöglichkeiten durch Exporte und Kreditausweitung gegenüber.


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