Einkommenslage und -entwicklung der freien Berufe

DIW Wochenbericht 22 / 1988, S. 287-294

Klaus-Dietrich Bedau

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Abstract

Unlängst hat das Statistische Bundesamt die Ergebnisse der Einkommensteuerstatistik 1983 veröffentlicht. Diese Datenquelle liefert Informationen über die Einkommenslage der Selbständigen in den freien Berufen, die man in anderen amtlichen Statistiken nicht findet. Hierzu werden alle diejenigen Personen gerechnet, diein einem ärztlichen, beratenden, wissenschaftlichen, künstlerischen oder in einem ähnlichen Beruf selbständig tätig sind. Von 1980 bis 1983 blieben die durchschnittlichen Einkünfte der Ärzte konstant. Die Einkünfte der Architekten nahmen leicht ab, die der Zahnärzte, der Ingenieure und Techniker sowie der Selbständigen in künstlerischen Berufen gingen stärker zurück. Dagegen konnten Rechtsanwälte und Notare, Wirtschafts- und Buchprüfer sowie Steuerberater und Steuerbevollmächtigte beachtliche Einkommenssteigerungen verbuchen. Verstärkt nutzten die Angehörigen freier Berufe die Möglichkeit, Einkünfte mit Verlusten - insbesondere aus Vermietung und Verpachtung - zu verrechnen, um auf diese Weise das der Besteuerung unterliegende Einkommen zu mindern. An der Gesamtzahl der Einkommensteuerpflichtigen hatten die freiberuflich Tätigen 1980 und 1983 einen Anteil von gut 1 vH; vom Gesamtbetrag der Einkünfte aller Steuerpflichtigen entfielen auf die freien Berufe jeweils etwas mehr als 4 vH. An der Zahl der "Einkommensmillionäre" waren die freien Berufe in beiden Jahren mit reichlich 8 vH beteiligt .


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