Tendenzen des Strukturwandels in Nordrhein-Westfalen

DIW Wochenbericht 39 / 1988, S. 515-523

Erika Schulz

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Abstract

Zwischen dem Bundesgebiet und dem Land Nordrhein-Westfalen bestehen deutliche Unterschiede in der wirtschaftlichen Entwicklung. Dies ist nicht allein durch die regionale Konzentration von Kohle und Stahl bedingt. Auch in den meisten anderen Wirtschaftszweigen expandierte die Produktion in NordrheinWestfalen nur unterdurchschnittlich. Vergleicht man die Entwicklung in den achtziger Jahren, so hat sich der Abstand zum übrigen Bundesgebiet im Vergleich zu den siebziger Jahren sogar noch etwas vergrößert. Dies ist nicht in erster Linie auf eine Ausweitung des Wachstumsgefälles in der Warenproduktion zurückzuführen, sondern auch auf die sich stärker öffnende Schere in den Dienstleistungsbereichen. Innerhalb Nordrhein-Westfalens konzentriert sich der Abbau von Arbeitsplätzen vor allem auf das Ruhrgebiet. Im Zeitraum 1970 bis 1986 ging die Zahl der Beschäftigten in dieser Region um 12,5 vH zurück, im übrigen Nordrhein-Westfalen waren es nur 3 vH, im übrigen Bundesgebiet 2,5 vH. Dies macht deutlich, wie stark die Situation in Nordrhein-Westfalen vom Ruhrgebiet geprägt wird. Die wichtigsten Indikatoren der wirtschaftlichen Entwicklung für Nordrhein-Westfalen ohne das Ruhrgebiet unterscheiden sich kaum von den Durchschnittswerten für das übrige Bundesgebiet. Die negative Entwicklung der Beschäftigung im Ruhrgebiet hätte zu einer noch höheren Arbeitslosenquote im Jahr 1986 geführt, wenn nicht die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter kaum gestiegen wäre. Dies war überwiegend eine Folge von Abwanderungen erwerbsfähiger Personen aus dem Ruhrgebiet.


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