Positive Akzente im innerdeutschen Handel verstärken

DIW Wochenbericht 11 / 1987, S. 146-153

Horst Lambrecht

get_appGesamtausgabe/ Whole Issue (PDF  7.41 MB)

Abstract

Die Entwicklung des innerdeutschen Handels war 1986 von sehr unterschiedlichen Einflüssen geprägt. Wegen des Preisverfalls bei Erdöl und Mineralölerzeugnissen hat es, wie erwartet, Umsatzeinbußen (in Höhe von 1,25 Mrd. DM) gegeben. Zu konstanten Preisen hat der Umsatz jedoch um über 4 vH zugenommen. Das reale Wachstum war damit höher als im Durchschnitt der Jahre seit 1970. Positive Akzente gab es im lnvestitionsgüterbereich, speziell beim Maschinenbau. Die DDR hat hier im großen Umfang eingekauft; die Lieferungen der Bundesrepublik nahmen vor allem gegen Ende des vergangenen Jahres deutlich zu. Damit hat die DDR 1986 ein nicht unbeträchtliches Defizit in ihrer Bilanz gegenüber der Bundesrepublik hingenommen, obwohl sie im Mineralölgeschäft wegen der Preissenkungen per Saldo Mindereinnahmen in Höhe von 380 Mill. DM zu verzeichnen hatte. Mit ihren Mehreinkäufen von Maschinen (600.Mill. DM) hat die DDR den entscheidenden Beitrag für die Stabilisierung des innerdeutschen Handels im Jahre 1986 geleistet. Damit wird bestätigt, daß die DDR in ihrer Wirtschaftspolitik wieder auf Wachstum setzt und ihre bisher strenge Konsolidierungspolitik im Westhandel zu lockern bereit ist. Dennoch ist es sicher nicht angebracht, an eine Neuauflage der Politik kreditfinanzierter Importe nach dem Beispiel der siebziger Jahre zu glauben. Im Interesse des künftigen Wachstums des innerdeutschen Handels sollten sich deshalb alle Bemühungen auf beiden Seiten darauf richten, den Warenstrom aus der DDR zu beleben.


Die Publikation ist gemäß der Creative-Commons-Lizenz CC-BY-4.0 nachnutzbar: https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/

keyboard_arrow_up