DIW Wochenbericht 10 / 1985, S. 123-131
Horst Lambrecht
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Die Entwicklung des innerdeutschen Warenverkehrs verlief 1984 äußerst differenziert. Einer Steigerung der Bezüge aus der DDR um mehr als 12 vH steht ein Rückgang der Lieferungen um 8 vH gegenüber. Dies ergab einen bisher einmalig hohen Saldo im Warenverkehr (1 ,3 Mrd. DM) zugunsten der DDR. Der kumulierte Passivsaldo der DDR im Warenhandel und Dienstleistungsverkehr ging um rund 1 Mrd. DM zurück. Anders als in den beiden Vorjahren gab es 1984 bei den Bezügen und Lieferungen Preissteigerungen (5 vH bzw. 4,5 vH). Real hat sich der Umsatz (Lieferungen plus Bezüge) im innerdeutschen Warenverkehr damit vermindert. Die seit einem Jahrzehnt verhaltene reale Aufwärtsentwicklung (jahresdurchschnittlicher Zuwachs des Umsatzes gut 2 vH) hat sich also 1984 nicht fortgesetzt. Im Jahr 1985 kann es durchaus wieder eine Ausweitung im innerdeutschen Warenverkehr, vor allem auf der Lieferseite, geben. Die mittel- und längerfristige Entwicklung hängt nicht zuletzt von den Rahmenbedingungen dieses Güteraustausches ab. In der Zeit der Vorbereitung des neuen Fünfjahrplanes sind positive Zeichen in der Handelspolitik gegenüber der DDR besonders dringlich.
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