DIW Wochenbericht 17 / 1984, S. 193-201
Heinz Vortmann, Cord Schwartau
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Für die Kaufkraft der Verbraucher sind deren Einkommen und die Preise der von ihnen erworbenen Waren und Dienstleistungen maßgebend. Bei internationalen Vergleichen ermittelte „Verbrauchergeldparitäten“ stützen sich auf Preisvergleiche in den jeweiligen Landeswährungen; Einkommensniveaus und Wechselkurse bleiben unberücksichtigt. Die an den internationalen Devisenbörsen notierten Wechselkurse weichen in der Regel von den Verbrauchergeldparitäten ab. Deshalb berechnet z.B. das Statistische Bundesamt für eine Reihe von Ländern Verbrauchergeldparitäten und stellt sie den amtlichen Devisenkursen gegenüber. Berechnungen von Kaufkraftparitäten sind für internationale Realeinkommensvergleiche unerläßlich. Für die Kaufkraft der Mark der DDR gibt es keine amtlichen Berechnungen. Statistische Vergleiche zwischen der Kaufkraft der D-Mark und der Mark der DDR sind auch nicht unproblematisch, weil Angebot und Nachfrage von Gütern in der DDR nicht über den Preismechanismus gesteuert, sondern planwirtschaftlich reguliert werden. Die Mark der DDR ist eine reine Binnenwährung. Sie ist nicht frei konvertibel, d.h. sie wird nicht an den internationalen Devisenbörsen notiert. Es gibt lediglich einen von den DDR-Behörden festgesetzten Touristenkurs (1 Mark der .DDR = 1 D-Mark) und den Kurs von privaten Wechselstuben im Westen (1983: 1 Mark der DDR = 0,22 D-Mark). Trotz zahlreicher methodischer Vorbehalte berechnet das DIW schon seit 1950 in unregelmäßigen Abständen die Kaufkraftverhältnisse zwischen der D-Mark und der Mark der DDR. Zuletzt ist ein solcher Vergleich für das Jahr 1981 angestellt worden. Inzwischen haben sich in beiden deutschen Staaten die Einkommen, die Konsumgüterpreise und auch die Verbrauchsstrukturen verändert. Die neue Berechnung soll die Unterschiede in der Kaufkraft beider Währungen (Stand: Jahresmitte 1983) für den privaten Verbrauch zeigen.
Themen: Arbeit und Beschäftigung
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