DIW Wochenbericht 10 / 1983, S. 132-139
Horst Lambrecht
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Eine wider Erwarten günstigeEntwicklung kennzeichnete den innerdeutschen Warenverkehr 1982. Lieferungen und Bezüge wiesen zweistellige Zuwachsraten auf. Die DDR hat drei Jahre hintereinander ein Plus in der Warenbilanz erzielt. Preissteigerungen gab es in geringem Umfang nur bei den Lieferungen der Bundesrepublik, so daß auch preisbereinigt (+ 11 vH) eine beträchtliche Zunahme im Warenaustausch zu verzeichnen war. Der real erzielte Zuwachs war der höchste seit über einem Jahrzehnt. Ein wesentlicher Grund fürdie positive Entwicklung im abgelaufenen Jahr ist die Tatsache, daß die DDR in ihrem übrigen Westhandel (OECD-Länder ohne Bundesrepublik) aufgrund einer angespannten Schuldnerposition ihre Importe drastisch drosseln mußte. Da die Schuldnerposition gegenüber der Bundesrepublik dagegen günstiger war, hat die DDR dringend benötigte Westimporte aus der Bundesrepublik bezogen. Hinterder Expansion im innerdeutschen Handel im abgelaufenen Jahr steht also eine regionale Verlagerung der Handelsströme. Auch 1983 wird die Außenhandelspolitik der DDR noch von den Schuldenproblemen geprägt sein. Es ist also zu erwarten, daß der innerdeutsche Handel auch in diesem Jahr hiervon profitieren kann.
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