DIW Wochenbericht 21 / 1983, S. 278-280
Dieter Kamphausen
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Weltproduktion und -verbrauch des Metalls Tantal sind, verglichen mit anderen Rohstoffen, nach Menge und Wert eher von geringer Bedeutung. Im Umfang entspricht die Primärproduktion von Tantal (1980: 1436 t) der von Gold (1400 t). Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch beträgt selbst in den USA, auf die mehr als die Hälfte der Weltnachfrage entfallen, lediglich einige Gramm. Dabei zählt Tantal zu den strategischen Rohstoffen. Wegen seiner überragenden elektrochemischen Werkstoffeigenschaften ist es in einer Vielzahl von Produkten der elektrotechnischen Industrie (z B. Farbfernsehgeräte, Autoradios und -kassettenrecorder, Ministereogeräte) enthalten, in denen es als Kondensatorwerkstoff Verwendung findet. Für den Einsatz in anderen Bereichen, vorwiegend in der chemischen Industrie, dem Kraftwerks- und Maschinenbau, sind die einmaligen chemischen und physikalischen Eigenschaften ausschlaggebend. Das auf einer dichten, dabei extrem dünnen und sich selbst regenerierenden Oxidschicht basierende ausgezeichnete Korrosionsverhalten prädestiniert die Verwendung von Tantalmetall (Pumpen, Rohre, Behälter, Wärmetauscher etc.) überall dort, wo aggressive Lösungen und Gase anfallen. Die Verbindung mit Kohlenstoff, das Tantalkarbid, wird u. a. wegen seiner Härte, Zähigkeit und Wärmefestigkeit geschätzt und als Zusatzkarbid bei der Fertigung von Hartmetallen - gesinterten Werkstoffen aus außerordentlich harten und hochschmelzenden Karbiden - für Werkzeuge zur Metallbearbeitung verwendet. Ungeachtet eindeutiger Vorteile in vielen Einsatzbereichen ist Tantal nur bedingt substitutionsresistent, wie der preisinduzierte Verdrängungswettbewerb Ende der siebziger, Anfang der achtziger Jahre gezeigt hat.
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