Entwicklungspolitik weltweit in der Flaute?

DIW Wochenbericht 23 / 1981, S. 253-259

Siegfried Schultz

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Abstract

Die bis Ende dieses Jahrzehnts reichende "Dritte Entwicklungsdekade" der Vereinten Nationen begann für die Entwicklungsländer mit einer hoffnungsvollen Perspektive. Die Wirtschaftslage der OECD-Länder hatte sich 1979 gebessert, die Tendenz zu mehr Protektionismus schien nachzulassen und der Nord-Süd-Dialog voranzukommen. Der Bericht der Brandt-Kommission lieferte eine umfassende Bestandsaufnahme, Hinweise auf besondere Probleme und Vorschläge für die politische Umsetzung eines Katalogs von Maßnahmen. Während aber im Rahmen der Formulierung der "Internationalen Entwicklungsstrategie" für die achtziger Jahre in der UNO noch neue Konzepte diskutiert und eine kräftige Aufstockung des Ressourcentransfers gefordert wurde, zeigte sich im weiteren Verlauf des Jahres 1980, daß Ausmaß und Fernwirkungen der zweiten Ölpreisexplosion grob unterschätzt worden waren. In hohem Maße wurden die Devisenerlöse der Verbraucherländer aus dem Güterexport für die Bezahlung notwendiger Ölimporte beansprucht. Dies traf Entwicklungsländer in der Regel härter als Industrieländer. Die rezessiven Tendenzen in den Industrieländern trugen zudem zu budgetären Engpässen bei, die nicht ohne Folgen für die Leistungsfähigkeit im Bereich der Entwicklungsländer blieben.


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