Alterung der Bevölkerung und Gesundheitspersonal in fünf ausgewählten europäischen Ländern

Bericht vom 1. April 2015

von Erika Schulz

Der Gesundheitssektor war in den zurückliegenden Jahren durch eine merkliche Beschäftigungszunahme gekennzeichnet. Diese hohe Dynamik wird unter anderem auf die Alterung der Bevölkerung zurückgeführt, da mit zunehmendem Alter die Risiken einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes wachsen und damit verbunden die Inanspruchnahme medizinischer, pflegerischer und therapeutischer Leistungen steigt. In diesem Beitrag wird für fünf ausgewählte Europäische Staaten (Dänemark, Deutschland, Italien, Polen und die Slowakei) abgeschätzt, wie sich die künftige Bevölkerungsveränderung auf die Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen und die Nachfrage nach Gesundheitspersonal im kurativen Gesundheitswesen auswirken. Diese demografisch bedingte Änderung der Nachfrage wird der mit einem sektoralen Makromodell vorausgeschätzten Beschäftigungsentwicklung gegenübergestellt. Basis bilden die demografischen und sozio-ökonomischen Szenarien des EU-Forschungsprojektes NEUJOBS sowie die Ergebnisse des NEMESIS Modells. Es zeigt sich, dass in einigen Ländern die Veränderung der Einwohnerzahl einen stärkeren Einfluss auf die Nachfrage nach Gesundheitspersonal hat als die Alterung der Bevölkerung. Ein Vergleich mit der modellierten Beschäftigungsentwicklung deutet in den untersuchten Ländern außer in Polen eher auf eine Verstärkung der Ungleichgewichte durch einen Mangel an Arbeitskräften auf dem Gesundheitsarbeitsmarkt hin. Besonders in Italien werden sich die Ungleichgewichte verstärken.

Der gesamte Bericht in: DIW Wochenbericht 14-15/2015 (PDF, 158.14 KB)