Bauwirtschaft: Beschäftigungsrisiken nehmen zu

DIW Wochenbericht 41/42 / 1980, S. 433-439

Jochen A. Hübener

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Abstract

Im ersten Halbjahr 1980 hat das Bauvolumen gegenüber dem Vorjahr um fast 10 vH zugenommen. Diese Steigerung der Bauproduktion war fast ausschließlich der Entwicklung im I. Quartal zu verdanken; im II. Quartal wurde das Vorjahresergebnis lediglich um 1,5 vH übertroffen. Die Zuwachsrate im I. Quartal ist deshalb so hoch ausgefallen, weil die witterungsbedingten Produktionsausfälle in diesem Jahr sehr viel geringer waren als 1979. Unter Ausschaltung dieser Effekte zeichnet sich in der Bauproduktion bereits seit Ende 1979 eine leicht abwärts gerichtete Tendenz ab. Die stark rückläufige Entwicklung der Nachfrage in wichtigen Baubereichen läßt für das 2. Halbjahr einen realen Produktionsrückgang von 1 bis 2 vH erwarten; auch dann ist für das Bauvolumen dieses Jahres insgesamt noch mit einem realen Zuwachs in Höhe von 3,5 vH zu rechnen. Die hohen Preissteigerungen - etwa 11 vH im 1. Halbjahr - werden sich bis zum Ende des Jahres nachfragebedingt abschwächen und im Jahresdurchschnitt etwa 9,5 vH betragen. Bei diesem Preisanstieg wird das nominale Bauvolumen 1980 voraussichtlich um 30 Mrd. DM auf 258 Mrd. DM wachsen. Von der in wichtigen Bereichen rückläufigen Nachfrage wird 1981 die Bautätigkeit in erheblichem Maß betroffen, besonders der öffentliche Bau und der Wohnungsbau. Dagegen wird der Wirtschaftsbau stagnieren, da zu erwarten ist, daß sich die Nachfrage auf hohem Niveau hält. Für die gesamte Bauproduktion ist 1981 nachfragebedingt mit einem realen Rückgang von etwa 3 vH zu rechnen. Für das Baugewerbe bedeutet dies einen Abbau der Zahl der Beschäftigten um etwa 100 000.


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