Zur Beschäftigungssituation im öffentlichen Dienst

DIW Wochenbericht 28 / 1977, S. 239-247

Dieter Vesper

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Abstract

Der starke Anstieg der Staatsverschuldung kann nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Ausgabenpolitik der Gebietskörperschaften insbesondere 1976 und auch im ersten Halbjahr 1977 restriktiv gewirkt hat. Die Zuwachsrate der Ausgaben von Bund und Ländern gegenüber dem Vorjahr liegt bis Mai mit 3,5 vH recht deutlich unter den ohnehin knapp bemessenen Planansätzen (6 vH). Das primäre Ziel der Gebietskörperschaften, die Finanzierungsdefizite möglichst rasch auf die in der Vergangenheit üblichen Relationen zurückzuführen, erschwert indes den Abbau der Arbeitslosigkeit. Zugleich besteht wenig Hoffnung auf einen Konjunkturaufschwung, der in der Lage wäre, die Arbeitsmarktungleichgewichte wie nach der Rezession 1966/67 rasch zu beseitigen. Befriedigend ist das Beschäftigungsproblem auf mittlere Sicht nur zu lösen, wenn es gelingt, die reale Nachfrage über die zu erwartende Produktivitätsentwicklung hinaus zu beschleunigen. Bei einer konsequent auf Nachfrageexpansion ausgerichteten Politik fällt dem öffentlichen Sektor eine bedeutende Rolle zu: Einmal beeinflußt der Staat über seine Auftragsvergabe gesamtwirtschaftlich Produktion und Beschäftigung, zum anderen wirkt er durch eigene Einstellungspolitik direkt auf den Arbeitsmarkt ein.


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