Kobalt

Sonstige DIW-Publikationen

Manfred Kruszona, Helmut Schmidt, Manfred Liebrucks, Manfred Rumberger, Eberhard Wettig

Stuttgart: Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung, 1978, XVII, 251 S. : Kt., Anl.
(Untersuchungen über Angebot und Nachfrage mineralischer Rohstoffe ; 11)

Abstract

Die Studie gibt einen breiten Überblick über die regionale Entwicklung von Angebot und Nachfrage nach Kobalt in der Welt für den Zeitraum 1966 bis 1976/77 sowie eine Projektion bis 1990, wobei auch technologische Entwicklungen in den einzelnen Einsatzgebieten sowie das Recycling angesprochen werden. Kobalt wird heute überwiegend als Beiprodukt bei der Förderung von Kupfererzen (in Zaire und Sambia) sowie sulfidischen Nicket-Kupfererzen und Iateritischen Nickelerzen gewonnen. Nicht berücksichtigt wurden in der Studie die künftig denkbaren Gewinnungsmöglichkeiten von Kobalt aus den Erzknollen der Tiefsee, weil diese Gewinnung nicht vor Ende der 80er Jahre Bedeutung erlangen dürfte. Im Jahre 1977 wurden 29 360 t Kobalt in der Welt gefördert, davon knapp 90 vH in den Ländern der westlichen Welt. Von der Weltförderung dieses Jahres entfielen 46 vH auf Zaire, 12 vH auf Australien und 8 vH auf Sambia; einen Förderanteil von jeweils mehr als 5 vH erreichten auch die UdSSR, Neukaledonien, Kuba und Kanada. Von 1967 bis 1977 wurde die Bergwerksförderung von Kobalt in der Welt um jährlich durchschnittlich 4,4 vH gesteigert. Die sicheren und wahrscheinlichen Lagerstättenvorräte an Kobalt betragen derzeit 3,67 Mio t, die potentiellen Reserven weitere 4,46 Mio t (jeweils Co-Inhalt). Hieran haben die westlichen Länder einen Anteil von 73 bzw. 89 vH. Der größte Teil der sicheren und wahrscheinlichen Kobaltvorräte ist auf Kuba (22 vH), in Indonesien (15 vH), Zaire (12 vH), auf den Philippinen (12vH) und in Neukaledonien (11 vH) konzentriert. Die Lebensdauer der Kobaltvorräte hängt von der der Vorräte an Nickel- und Kupfererzen ab, aus denen Kobalt gewonnen wird. Die statische Lebensdauer der sicheren und wahrscheinlichen Vorräte von Nickel beträgt 105 Jahre, die von Kupfer 48 Jahre. Bei Einbeziehung der potentiellen Vorräte ergibt sich eine statische Lebensdauer von 252 bzw. von 64 Jahren. Bei einem angenommenen durchschnittlichen Förderzuwachs von 4 vH pro Jahr beträgt die semidynamische Lebensdauer von Nickel 41 Jahre und die von Kupfer in Sambia und Zaire 25 bis 28 Jahre. Der Verbrauch von Kobalt in der Welt stieg von 22 200 t im Jahre 1966 auf 28 200 t im Jahre 1976, hatte 1974 aber bereits knapp 32 800 t erreicht. Vom Kobaltverbrauch des Jahres 1976 entfielen knapp 76 vH auf die westliche Welt, insbesondere auf die USA (32 vH), Japan (13 vH), die Bundesrepublik Deutschland (8 vH), Großbritannien (5 vH) und Frankreich (4 vH). Im Ostblock waren die UdSSR (16 vH) und die VR China (4 vH) die größten Kobaltverbraucher. Es wird geschätzt, daß vom Kobaltverbrauch der westlichen Welt jeweils etwa 30 vH auf Superlegierungen und Magnetwerkstoffe und 25 vH auf chemische Verbindungen entfallen; der Rest verteilt sich im wesentlichen auf die Einsatzgebiete Hartmetalle und legierte Stähle. In den vergangenen zehn Jahren hat sich der Anteil der Superlegierungen deutlich erhöht, insbesondere infolge der Steigerung der Produktion von Strahlturbinen zum Antrieb von Flugzeugen, anderen Verkehrsmitteln und · stationären Anlagen (z. B. Kraftwerke, Pumpen für Ölfeldanlagen, Kompressoren). Unter Berücksichtigung der für die einzelnen Länder für die Zukunft erwarteten wirtschaftlichen Entwicklung wird mit einer Steigerung des Kobaltverbrauchs in der Welt von 28 200 t im Jahre 1976 auf 44 200 t im Jahre 1990 gerechnet. In den Ländern der westlichen Welt dürfte der Kobaltverbrauch in diesem Zeitraum von 21 300 t auf 33 900 t steigen, davon in Westeuropa von 7 400 t auf 12 600 t und in Amerika von 9 700 t auf 14 800 t. Obwohl auch langfristig mit einer lagerstättenbedingten Verknappung von Kobalt nicht zu rechnen ist, können auch in Zukunft konjunkturell und politisch bedingte Versorgungsengpässe auftreten.

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