„Rückläufige Baugenehmigungen sind schlechte Nachrichten für Wohnungssuchende“

Statement vom 18. Januar 2018

Die Baugenehmigungen für Wohnungen sind laut Statistischem Bundesamt in den ersten elf Monaten des Jahres 2017 um fast acht Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken. Der DIW-Ökonom und Immobilienexperte Claus Michelsen kommentiert die Entwicklung wie folgt:

BlockquoteDass die Baugenehmigungen für Wohnungen rückläufig sind, war teilweise zu erwarten: So ist die Zahl der Geflüchteten, die nach Deutschland kommen und untergebracht werden müssen, deutlich gesunken. Zudem sind in den vergangenen Jahren viele Wohnungsbauvorhaben vorgezogen worden, um verschärften Baustandards zuvorzukommen. Daher wurden in den Jahren 2015 und 2016 viel mehr Wohnungen als üblich genehmigt, was sich jetzt ein Stück weit normalisiert. Eine Enttäuschung ist jedoch, dass nun auch die Zahl der Baugenehmigungen für Mehrfamilienhäuser rückläufig ist. Das stützt zwar grundsätzlich die Einschätzung des DIW Berlin, wonach der Wohnungsbauboom in den nächsten Jahren zu Ende gehen wird. Nun scheint ihm aber zumindest vorübergehend selbst dort die Puste auszugehen, wo neuer Wohnraum dringend gefragt ist – nämlich in großen Städten, wo in der Regel Mehrfamilienhäuser stehen. Mit Blick auf den Wohnungsmangel und stark steigende Mieten sind dies keine guten Nachrichten. Umso mehr kommt es nun darauf an, in den großen Städten bessere Voraussetzungen für den Bau von Wohnungen zu schaffen. Es sollten mehr freie Flächen als Bauland ausgewiesen werden und die Voraussetzungen verbessert werden, große Hinterhöfe zu bebauen und bestehende Gebäude aufzustocken.

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