Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung: Vorschau und Call for Papers

Die Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung sind die älteste Publikation des DIW Berlin, sie erscheinen bereits seit 1926. Seitdem hat sich viel verändert, auch die Vierteljahrshefte: Seit 2008 erscheinen sie mit neuem Konzept und frischer Aufmachung.

Die Grundidee bleibt aber gleich: Aktuelle Themen aus der Wirtschaftspolitik werden hier aufgegriffen und von Autorinnen und Autoren am DIW Berlin und darüber hinaus erläutert und diskutiert. Angesammeltes Forscher- und Expertenwissen wird auf wirtschaftspolitische Probleme angewandt. Die Vierteljahrshefte bieten Orientierungshilfe zu komplexen wirtschaftspolitischen Themen und zeigen neue Perspektiven und Lösungsvorschläge auf.

Hg.: Lukas Menkhoff (Humboldt-Universität zu Berlin und DIW Berlin) und Doris Neuberger (Universität Rostock und DIW Research Fellow)

Die Deutschen sparen häufig zu wenig für ihre Altersversorgung, ihre Geldanlagen sind unzureichend diversifiziert und oft renditeschwach. Zudem gelten fast zehn Prozent der Bevölkerung als überschuldet, viele sind auch zu teuer verschuldet indem sie beispielsweise permanent ihr Girokonto überziehen. Schon Jugendliche überschulden sich wegen zu teurer Handy-Verträge. Besonders einkommensschwache Verbraucher geraten in eine Falle wucherischer Kreditverträge und Überschuldung. Problematisches Finanzverhalten, aber auch „fragwürdige“ Finanzprodukte gibt es demnach hinreichend. Entsprechend groß ist der Bedarf, um diese Situation zu verbessern.

Diverse Maßnahmen, von Schulungsmaterial über spezielle Kurse bis zum Schulunterricht, zielen darauf, die fehlende Finanzbildung zu verbessern. Demnach umfasst finanzielle Bildung eine Menge an Instrumenten, um suboptimalem Verhalten entgegen zu wirken. Andere Instrumente, mit denen die Ergebnisse von Finanzverhalten verbessert werden könnten, sind zum Beispiel eine bessere Finanzberatung oder die Eliminierung von „schlechten“ Finanzprodukten mittels besserer Regulierung. Finanzielle Bildung ist jedenfalls nicht unumstritten und ihre Ausprägung sehr heterogen.

Entsprechend suchen wir Beiträge zu folgenden Themen, die empirisch fundiert, pointiert geschrieben, aufgelockert mit Tabellen u/o Schaubildern und politikrelevant sind:

Welche Maßnahmen finanzieller Bildung wirken besonders gut?

Ist finanzielle Bildung in Deutschland aus Sicht der Bundesbank relevant?

Wie steht Deutschland zu finanzieller Bildung im internationalen Vergleich?

Kann guter Verbraucherschutz finanzielle Bildung ersetzen?

Finanzielle Bildung in der Schule oder am Arbeitsplatz?

Sollte finanzielle Bildung ein Schulfach sein?

Finanzielle oder breitere sozio-ökonomische Bildung?

Was sind Schwachstellen und Alternativen finanzieller Bildung?

Conference in Bremen, June, 16th, 2020 and Quarterly Journal of Economic Research (DIW Vierteljahrsheft zur Wirtschaftsforschung)

Description

Advances in payment technologies have considerably extended the way how we pay for transactions. While the majority of financial transactions has been even traditionally done by the means of non-cash (e.g. equity payments in mergers & acquisitions), nowadays cash settlement faces various challenges.

Cash payments has been criticized as an instrument of crime, tax evasion and corruption. Additionally, electronic currencies are said to ease financial inclusion and fight fraud, since every transaction would be electronically traceable. Enthused internet-based communities have been proposing alternative “crypto-currencies” and network-based protocols in order to circumvent traditional financial institution.

Non-cash payments as well as cash alternatives change the medium of exchange and challenge the financial system. The change may have relevant micro- and macroeconomic implications, since economic functions, which depend on the properties of money, may be deeply transformed by changes in financial intermediation. An end of cash could then pose challenges for the current structure of financial markets. As an example, money creation has involved specific arrangements between public and private actors, which may become obsolete. Constitutional political choices are therefore involved in organizing money in the economy and society. Any inquiry into these topics requires insights into the microeconomics of non-cash and alternative cash media, as well as deep knowledge of the organizations and institutions involved.

These complex issues need thorough research. Take as an example, the share of peer-to-peer payments in economies: how can we measure it in times of crypto-currencies? What are the determinants behind the decision to use non-cash media or to engage in alternative financing instruments like crowdfunding? Does the spreading of non-cash payments depend on the financial literacy? What is the economic impact of these new methods, including the impact on financial literacy? How the various money media may be governed? What can be learned from the history of money and banking, and of financial crisis? These and other topics may be addressed during the conference “Determinants of Non-cash payments and alternative money”.

Objective

The workshop aims to provide a refined view of the complex topics related to the use of non-cash and alternative currencies. The topics may include functions of non-cash payment instruments, the appropriate organization and governance of the institutions necessary for currency systems on the basis of electronic currencies, the role of the public authority in such systems, and the various challenges for the traditional functions of money and the related organizations and institutions imposed by contemporary technological developments.

Suggested topics (not exclusive)

  • Macro- and/or microeconomic implications of alternative payment systems.
  • Measurement of the share of various payment systems.
  • Impact of new payment systems on economic activity (and tax revenue), e.g. on financial literacy, and vice versa.
  • Determinants of the non-cash payments.
  • Current regulation and legal challenges for the non-cash and alternative currencies.
  • Government plans to suppress cash.
  • Decaying money.
  • History of money.
  • Money, credit and banking.

Submissions for proposals for posters

These should be maximum 400 words long, plus bibliographical references (if appropriate) and plus short biographies about author(s). The proposal should be sent to Mechthild Schrooten (mechthild.schrooten@hs-bremen.de), Armin Varmaz (armin.varmaz@hs-bremen.de) and Dorothea Schäfer by April 26th, 2020. Authors will be informed of their participation by May 4th, 2020. The posters can be in German or in English. 

Submission of papers

All authors of accepted posters will be asked to submit a full paper for the Quarterly Journal of Economic Research 4-2020 & 01/2021 (DIW Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung). Submitted papers should not have been previously published nor be currently under consideration for publication elsewhere. The paper should be written in English and sent to Mechthild Schrooten (mechthild.schrooten@hs-bremen.de), Armin Varmaz (armin.varmaz@hs-bremen.de) and Dorothea Schäfer by August, 31th, 2020 for the usual peer review process.

Scientific committee

Ulrich Kuron, Thorsten Poddig, Dorothea Schäfer, Mechthild Schrooten, Armin Varmaz

Call for Papers: Determinants of Non-cash payments and alternative money (PDF, 74.42 KB)

HerausgeberInnen: Andreas Pfingsten und Dorothea Schäfer

Förderbanken sind in den letzten Jahren sowohl in Deutschland als auch in Europa immer wichtiger geworden. Über zehn Jahre nach Ausbruch der Großen Finanzkrise, bald zehn Jahre seit Beginn der Europäischen Staatsschuldenkrise und mitten in der gesellschaftlichen Diskussion um die notwendigen Investitionen zur Begrenzung des Klimawandels und zur Verbesserung von Infrastrukturen ist es notwendig, Rolle und Bedeutung der Förderbanken für Wirtschaft und Gesellschaft sowie deren Zukunft eingehend zu beleuchten und wirtschaftspolitische Empfehlungen über die Gestaltung der Rolle von Förderbanken im Wirtschaftsleben herauszuarbeiten.

In diesen Vierteljahrsheften geht es um die ursprüngliche und möglicherweise in den letzten zehn Jahren gewandelte Rolle der Förderbanken, die ökonomischen und gesellschaftlichen Gründe für Förderbanken, die Nutzen dieses Banktyps, diverse Gestaltungsformen und ihre angemessene Regulierung. Zentrale Themen können u.a. sein:

  • Ökonomische und gesellschaftliche Gründe für die Einrichtung von Förderbanken (historisch und in der Gegenwart)
  • Förderbanken und Finanzkrisen (z.B Rolle von Fannie Mae, Freddie Mac für das Entstehen der Großen Finanzkrise)
  • Entwicklung der Förderbanken auf nationaler und europäischer Ebene
  • Finanzierungsbeschränkungen und Förderbanken (mögliches Marktversagen und eingeschränkter Zugang zu Krediten und Beteiligungsfinanzierung für Unternehmen und bei Krediten auch für Privathaushalte)
  • Förderbanken und Green/Sustainable Finance („grüne“ und nachhaltige Anleihen, „grüne“ Kreditvergabe von Geschäftsbanken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken)
  • Förderbanken und Innovation
  • Förderbanken und das Entstehen und die Förderung neuer Produkte und Märkte
  • Zusammenhang zwischen Förderbanken und Wirtschaftswachstum
  • Förderbanken und ihre Bedeutung für die Europäische Union bzw. die Eurozone
  • Rolle von supranationalen Förderbanken (Weltbank, Europäische Investitionsbank etc)
  • Effizienz und Kosten von Förderbanken im Vergleich zur anderen staatlichen Hilfsprogrammen
  • Dienstleistungen von Förderbanken und strategische Aktionsfelder für die Verbesserung des Förderinstrumentariums in Zeiten von sehr niedrigen bzw. sogar negativen Zinssätzen
  • Förderbanken und die Internationalisierung von Unternehmen
  • Rolle von Förderbanken in Transformations- und Entwicklungsländern
  • Förderbanken und Geldpolitik (Niedrigzinsphase, Liquiditätsüberfluss)
  • Förderbanken und Kommunalfinanzierung
  • Förderbanken und ihre Rolle für die unterschiedlichen Bankengruppen (Sparkassen, Geschäftsbanken und Genossenschaftsbanken)
  • Förderbanken und Kapitalmarktunion

Willkommen sind theoretische und empirisch fundierte Beiträge, inklusive verallgemeinerbaren Case Studies. Politische Implikationen der Analysen sollen vorgestellt und diskutiert werden. Auch Positionspapiere aus Verbänden, Politik und Wirtschaft können eingereicht werden.

Autorinnen und Autoren, die einen Beitrag einreichen möchten (in Deutsch oder Englisch), schicken bitte bis zum 15. November 2019 eine Zusammenfassung oder ein (englischsprachiges) Abstract über den geplanten Beitrag (maximal 1 Seite) an Andreas Pfingsten und Dorothea Schäfer (Andreas.Pfingsten@wiwi.uni-muenster.de & dschaefer@diw.de ). Die Autorinnen und Autoren erhalten spätestens am 15. Dezember 2019 eine Rückmeldung, ob der Beitrag vorläufig (s.u.) angenommen wird. Die fertigen Beiträge, die eine Länge von ca. 30.000 Zeichen nicht überschreiten sollen, müssen bis zum 15. April 2020 eingereicht werden. Es schließt sich ein mehrstufiger Lektorats- und Überarbeitungsprozess an, in dem über die endgültige Annahme entschieden wird. Bitte beachten Sie, dass Manuskripte nur im Word-Format eingereicht werden können. AutorInnen von englischsprachigen Beiträgen bitten wir, das finale Manuskript vor Wiedereinreichung professionell Korrekturlesen zu lassen. Die beiden Bände des Vierteljahrshefts sollen voraussichtlich in der zweiten Hälfte des Jahres 2020 erscheinen.

Die Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung sind die älteste Publikation des DIW Berlin, sie erscheinen bereits seit 1926. Angesammeltes ForscherInnen- und ExpertInnenwissen wird auf wirtschaftspolitische Probleme angewandt.  Die DIW Vierteljahrshefte bringen Praktikerinnen und Praktiker aus Wirtschaft und Politik mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern am DIW Berlin und weit darüber hinaus zusammen. Jedes Heft greift ein aktuelles Thema aus der Wirtschaftspolitik auf. So bietet die Zeitschrift wichtige Orientierungshilfe zu komplexen wirtschaftspolitischen Themen und zeigt neue Perspektiven und Lösungsvorschläge auf.

Editors: Peter Hennecke, Doris Neuberger and Dorothea Schäfer

More than ten years after the outbreak of the Great Financial Crisis and almost ten years since the beginning of the European sovereign debt crisis, questions about the opportunities and risks of debt and debates about debt brakes have remained acute.

Debt is the driving force behind investment, economic growth and prosperity: without the indebtedness of private households, companies and governments, there are no interest-bearing investments in which savers can invest. Real interest rates are generated by productive investments in the real economy. The current low interest rates point to insufficient investment activity and a surplus of savings. On the other hand, the global financial crisis was a crisis of over-indebtedness resulting from unproductive investments in non-valuable financial instruments. Over-indebted banks had to reduce their debts, reorganize themselves or had to be rescued by the state. Countries that borrowed on the international capital markets had to pay higher interest rates, fell into a crisis and received new debt through "rescue packages". At the same time, debt ceilings represent an obstacle to overcoming crises through credit-financed investments. Similarly, at the level of private households: on the one hand, they need loans for productive participation in economic life and for business start-ups; on the other hand, consumers with lower incomes or liquidity are vulnerable to over-indebtedness. In order to avoid insolvency, they often have to accept rescheduling loans or revolving loans with expensive residual debt insurance policies that further increase their debt burden. In this context, the question arises to what extent consumers are affected by irresponsible or usurious lending and what regulatory measures are necessary to prevent this. Market failures in credit markets, whether due to usury, exclusion of customer groups or speculative exuberance in the pricing of bonds, can be corrected by government intervention in order to increase welfare. 

This issue of the Quarterly Journal of Economic Research deals with the economic and social effects of debt and its appropriate regulation. Central questions can be among others:

  • Economic and social effects of private sector debt (households, non-financial and financial enterprises) and public sector debt • Development of global debt • Is there an optimal level of indebtedness and if so, why? • Do debts have to be limited and what effects do debt brakes have? Should the state behave like a "Swabian housewife"? • Market failures in credit markets and opportunities for correction: Usury, market power, rationing, exclusion, discrimination, speculative exuberance • Influence of private debt (households and enterprises) on investment and consumption • Link between debt growth, asset prices and financial stability • Link between public debt and economic growth • Debt sustainability of households, enterprises and governments • Over-indebtedness: causes, problems and possible solutions
  • Responsible vs. usurious lending • Transaction lending vs. relationship lending, role of long-term credit relationships • Debt of banks compared to non-financial corporations, regulation of bank debt • Effects of debt relief and debt restructuring • Monetary policy and national debt, debt of central banks • Impact of the low interest rate environment and unconventional monetary policy on the debt and debt sustainability of the public and private sector • Economic Thought History of Debt, Modern Monetary Theory • Economic history: origination of money by debts, credit cycles Theoretical and empirical contributions are welcome. Political implications of the analyses should be presented and discussed. Position papers from associations, politics and business can also be submitted.

Call for Papers: Debt– Blessing or Curse? (PDF, 185.39 KB)

 

Kontakt

Dorothea Schäfer

Forschungsdirektorin Finanzmärkte in der Abteilung Makroökonomie