Lage und Aussichten des deutschen Gastgewerbes

DIW Wochenbericht 39 / 1937, S. 221-224

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Abstract

Das deutsche Gastgewerbe hält im Rahmen der deutschen Gesamtwirtschaft eine wichtige Stellung. Einmal wegen seiner wirtschaftlichen Bedeutung: Mit einem Umsatz, der im letzten Jahrzehnt zwischen 3,9 und 6,4 Mrd. R.M. geschwankt hat, bindet es einen bedeutenden Teil — rd. 8 v. H. — des deutschen Privateinkommens. In rd. ¼ Million Betrieben des Gastgewerbes sind, wenn man die Zahlen der gewerblichen Betriebszählung von 1933 zugrunde legt, 790 000 Menschen beschäftigt; das sind mehr Menschen als das Personal der Reichsbahn, der Privatbahnen und der Straßenbahnen zusammengenommen. Eine besondere soziologische Bedeutung gewährt ihm ferner sein ausgesprochen mittelständischer Charakter: Die Klein- und Mittelbetriebe mit 1 bis 5 Beschäftigten machen nicht weniger als 92 v. H. aller Betriebe aus, auch ist der größte Teil der Arbeitskräfte — rd. 69 v. H. — in solchen Betrieben beschäftigt. Eine weitere Besonderheit endlich ist der starke Prozentsatz mithelfender Familienangehöriger. Von den gesamten im Gastgewerbe beschäftigten Personen sind 63 v. H. Betriebsinhaber oder Angehörige des Inhabers.


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