"Der vorliegende Wochenbericht befaßt sich in erster Linie mit Fragen der Investitionstätigkeit und Investitionspolitik. Einige Ergebnisse dieser Untersuchungen seien vorweg kurz zusammengefaßt. Für die Industrie, einen besonders wichtigen Sektor der deutschen Volkswirtschaft, wird zunächst dargelegt, daß im Lauf des Jahres 1937 zwar gewisse Verlagerungen im Kostengefüge eingetreten sind, bei hohen Abschreibungssätzen (die in roher Schätzung über 8 v. H. der Umsätze ausmachen) betragen aber die ausgewiesenen Gewinne nach Abzug der Verluste immerhin 3,3 v.H. des Umsatzes der erfaßten Aktiengesellschaften. Die Sachinvestitionen der gesamten deutschen Wirtschaft sind für 1937 auf 15,5 bis 16 Mrd. R.M. zu schätzen. Davon entfallen 9,0 bis 9,5 Mrd. R.M. auf Neuinvestitionen — das ist ein Betrag, der an 13 bis 14 v. H. des Volkseinkommens heranreicht. Was die Finanzierung der Investitionen betrifft, so wurde der größte Teil der Ersatzinvestitionen aus den Abschreibungserlösen bezahlt, die beim Verkauf der marktgängigen Waren und Dienste ohne weiteres anfallen. An der Finanzierung der Neuinvestitionen waren die bankmäßige Geldkapitalbildung im weitesten Sinne und die marktmäßige Geldkapitalbildung im Durchschnitt der beiden letzten Jahre mit rd. 6,5 Mrd. R.M. jährlich beteiligt. Ein Betrag in der Größenordnung von reichlich 4 Mrd. R.M. je Jahr wurde aus Steuermitteln, durch Selbstfinanzierung, durch Finanzierung am nicht organisierten Kapitalmarkt und durch Wiedereinsatz von Kreditrückzahlungen aus Einkommen und Betriebsgewinnen aufgebracht. Der Aufsatz über die Entwicklung am städtischen Grundstücks- und Häusermarkt nimmt den Runderlaß des Reichskommissars für die Preisbildung vom 6. Oktober 1937 zum Anlaß, um über die Umsatzzunahme zu berichten, die während der letzten Jahre auf diesem Gebiet eingetreten ist."
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