"Österreichs Wirtschaft, die nun schrittweise mit der reichsdeutschen Wirtschaft zu einem neuen wirtschaftlichen Organismus vereint werden wird, hat unter der unglückseligen staatspolitischen Lage, die die Diktate von 1918 und 1919 in Mitteleuropa geschaffen hatten, bis in die neueste Zeit hinein schwer gelitten. in seinem wirtschaftlichen Lebensnerv getroffen, hat Österreich auch die Wirkungen der Weltwirtschaftskrise bisher noch kaum überwunden, zumal die bisherige Regierung vor einer energischen wirtschaftspolitischen Selbsthilfe zurückschreckte. Wie groß Österreichs Wirtschaftsnot ist, zeigt deutlicher als alles andere die Tatsache, daß es fast als einziges europäisches Land in den letzten Jahren weniger Geburten als Sterbefälle zu verzeichnen hatte. Der Zusammenschluß der österreichischen Wirtschaft, mit der deutschen wird die Möglichkeit bieten, diese Wunden zu heilen und Österreich in vollem Umfang an dem Aufschwung der deutschen Wirtschaft teilnehmen zu lassen. Aber auch Deutschlands wirtschaftliche Kraft wird durch die Vereinigung mit Österreich wachsen, wenn erst die vielen Hemmungen, die Österreichs wirtschaftlicher Entfaltung bisher sowohl im Innern als auch nach Außen hin im Wege standen, beseitigt sind. Ähnlich wie die Rückgliederung des Saargebietes wird der wirtschaftliche Zusammenschluß Deutschlands und Österreichs zunächst auch eine Reihe neuer Aufgaben stellen, da die getrennte Entwicklung teilweise zu erheblichen Unterschieden in der Struktur und der wirtschaftspolitischen Lenkung der Wirtschaft des Reichs und seines neuen Gliedes geführt hat. Im folgenden soll nun zunächst an Hand einiger Zahlenübersichten ein Bild von der Struktur und der weltwirtschaftlichen Verflechtung der österreichischen Wirtschaft gegeben werden."
Die Publikation ist gemäß der Creative-Commons-Lizenz CC-BY-4.0 nachnutzbar: https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/