"Der am 23. März zwischen Deutschland und Rumänien abgeschlossene Wirtschaftsvertrag bedeutet einen neuen Markstein in der Entwicklung der deutsch-südosteuropäischen Wirtschaftsbeziehungen. Das grundsätzlich Neue an diesem Vertrag ist die Aufstellung eines umfassenden, mehrjährigen Wirtschaftsplanes, der sich ausdrücklich zum Ziel setzt, „auf der einen Seite die deutschen Einfuhrbedürfnisse zu befriedigen und auf der anderen Seite den Entwicklungsmöglichkeiten der rumänischen Erzeugung und den inneren rumänischen Bedürfnissen sowie den Notwendigkeiten des rumänischen Wirtschaftsverkehrs mit anderen Ländern Rechnung zu tragen"". Im einzelnen sind dabei vor allem vorgesehen: die Entwicklung und Lenkung der landwirtschaftlichen Erzeugung Rumäniens, die Entwicklung der rumänischen Holz- und Forstwirtschaft, die Mithilfe Deutschlands bei der Industrialisierung Rumäniens (besonders beim Ausbau des landwirtschaftlichen Veredelungsgewerbes und bei der bergbaulichen Erschließung), die gemeinsame Erforschung und Ausbeutung der Mineralölvorkommen, der Ausbau des rumänischen Verkehrsnetzes, die Lieferung von Kriegsgerät für die rumänische Armee und das Zusammenwirken deutscher und rumänischer Banken bei der Finanzierung der einzelnen Aufgaben. Die Durchführung des Programms obliegt den gemeinsamen Regierungsausschüssen, die 1936 zur Regelung schwebender Wirtschaftsfragen eingesetzt wurden. Die Regierungsausschüsse können auch bestimmen, daß auf den Verrechnungskonten ein Teil des Erlöses aus deutschen Warenlieferungen an Rumänien für deutsche Kapitalbeteiligungen an rumänischen Unternehmungen und zur Finanzierung der rumänischen Industrialisierung und Umstellung der Agrarproduktion abgezweigt wird. Um die Wirkungsmöglichkeiten dieses Abkommens beurteilen zu können, soll im folgenden ein Überblick über die wirtschaftlichen Kräfte Rumäniens und die bisherigen deutsch-rumänischen Handelsbeziehungen gegeben werden. In einem weiteren Aufsatz wird dargelegt, daß der Vertrag über seine unmittelbare Wirkung hinaus für ganz Südosteuropa das Beispiel einer fruchtbaren Zusammenarbeit mit Deutschland bietet."
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