Industrielle Investition und Beseitigung der Arbeitslosigkeit

DIW Wochenbericht 15 / 1950, S. 59-61

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Abstract

Es herrscht heute in weitem Umfang Einigkeit darüber, daß die Arbeitslosigkeit Westdeutschlands zu einem erheblichen Teil kein Konjunkturphänomen, sondern Ergebnis der durch den Krieg und seine Folgen verursachten strukturellen Verwerfungen und Verzerrungen der wirtschaftlichen Proportionen ist. K on j un k t u r e 1 1 e Arbeitslosigkeit bedeutet, daß in einem gegebenen Zeitpunkt für die zur Untätigkeit gezwungenen Arbeitskräfte im Ganzen gesehen Arbeitsplätze zwar vorhanden sind, daß aber — aus welchen Gründen auch immer — die kaufkräftige Nach frage nicht genügt, um die Arbeitslosen trotz vorhandener Kapazitäten zum Einsatz zu bringen. N ic h t konjunkturelle Arbeitslosigkeit liegt vor, wenn die vorhandenen Arbeitsplätze nicht ausreichen, um alle verfügbaren Arbeitskräfte in den Wirtschaftsprozeß einzugliedern. In diesem Falle übersteigt das Arbeitspotential das ihm komplementäre Produktionspotential. Als erste Voraussetzung für die Beseitigung einer solchen Arbeitslosigkeit muß also zusätzliches Sachkapital in Form von Gebäuden und Betriebseinrichtungen bereitgestellt werden. Damit aber wird das Problem der Eingliederung strukturell Arbeitsloser gleichzeitig zu einem langfristigen I n v e s t i t i o n s p r o b l e m , dessen sachlich-instrumentale Seite im folgenden näher beleuchtet wird. Die Darlegungen beschränken sich dabei auf die Industrie zumal sie den Hauptteil der Arbeitslosen aufzunehmen haben wird und sich hier die Problematik am deutlichsten zeigt.


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