Die seit Mitte 1954 an Hand von verschiedenen Indices zu verzeichnende Aufwärtsentwicklung der Seefrachten hat sich der Tendenz nach bis weit in das zweite Quartal 1956 hinein fortgesetzt. Im Mai d. J. sind in der nordatlantischen Kohlefahrt, u. a. infolge starker französischer Tonnagenachfrage, Höchstsätze von 78s 6d je Tonnel) — fast das Dreifache des Standes von 1954 — gezahlt worden. Damit war ein Höchststand erreicht. Mitte Juni wurden erstmals wieder 72s je Tonne, d. h. etwa die Spitzenraten von 1955 akzeptiert 2), eine Woche später war ein weiterer Rückgang um etwa 5 vH zu verzeichnen. Gegenwärtig befindet sich der Seefrachtenmarkt — einschließlich der langsam folgenden Zeitcharterraten — in der „ Sommerflaute", und es besteht die Möglichkeit, daß sich aus dieser saisonalen Erscheinung ein Abschwung entwickelt. Von dieser allgemeinen Entwicklung ist aber der Nord/Ostsee- und Mittelmeermarkt auszunehmen.
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