Die mit dem 11. Juni 1953 eingeleiteten neuen wirtschaftspolitischen Maßnahmen der sowjet. zonalen Verwaltung sind keine Einzelerscheinung im sowjetrussischen Einflußbereich geblieben. Nach gleichem Schema haben inzwischen vor allem Bulgarien, Rumänien, die Tschechoslowakei und Ungarn das übersteigerte Wachstumstempo in der Schwerindustrie vermindert, um zusätzliche Pro. duktivkräfte in der Verbrauchsgüterindustrie und auch in der Landwirtschaft einsetzen zu können. Äußerungen aus Bulgarien begründen die Änderung der Wirtschaftspolitik mit der im Ostblock vorhandenen Möglichkeit, „ daß jedes Land die Zweige der Schwerindustrie entwickelt, für die es die günstigsten Voraussetzungen hat"'). In der Sowjetunion2) selbst wird wie in Polen3) der Entwicklung der Landwirtschaft neuerdings vermehrtes Augenmerk geschenkt. Alle diese Änderungen basieren offensichtlich auf ein und derselben Grundkonzeption. Sie zielen auf eine den natürlichen wirtschaftlichen Gegebenheiten entsprechende Aufgabenteilung und zugleich Kooperation im Rahmen der sowjetischen Großraumwirtschaft ab.
Die Publikation ist gemäß der Creative-Commons-Lizenz CC-BY-4.0 nachnutzbar: https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/