Sowjetische Besatzungszone

DIW Wochenbericht 1/2 / 1954, S. 7-10

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Abstract

Die Wirtschaft der Sowjetzone zeigte im Jahre 1953 besonders starke Spannungen, die inden Sommermonaten den Charakter einer offenen Krise annahmen. Bereits im Herbst 1952traten ernsthafte Versorgungsschwierigkeiten im Produktionsbereich auf, verstärkt durchVerkehrsschwierigkeiten und teilweise ausgelöst durch eine ungünstige Witterung, die auchdie Hackfruchterizte auf3erordentlich beeinträchtigte. Die Unelastizität der zentral verwaltetenWirtschaft verhinderte rechtzeitige Abhilfemafnahmen. Das sowjetzonale Regime erkanntezu spät, daß' die 1952 beschlossene Sowjetisierung des mitteldeutschen Raums zu unerträglichenSpannungen führen mußte. Die Krisenatmosphäre im mitteldeutschen Raum entludsich im Juni im Volksaufstand und führte nunmehr zu drastischen Eingriffen, zu demsogenannten „Neuen Kurs". In ihm zeigte sich das Bestreben, das nach- dem Tode Stalinsdie sowjetische Wirtschaftspolitik im gesamten sowjetischen Machtbereich kennzeichnet, zurVerbesserung der Arbeitsfreudigkeit und Hebung der individuellen Produktivität die Erzeugungvon Konsumgütern zu Lasten der bis dahin übersteigerten Investitionsgüterproduktionmerklich auszuweiten. Die hierdurch veranlaßten Umstellungen in der Produktion wurdenin der Sowjetzone zusätzlich beeinflußt durch den angekündigten Verzicht auf Reparationen.


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