Zahlungsbilanzsorgen in Großbritannien

DIW Wochenbericht 49 / 1951, S. 197-199

Abstract

Ähnlich wie im Sommer 1949 hat auch im Sommer 1951 schon eine leichte Abschwächung der amerikanischen Konjunktur durch ihre Fernwirkungen die dauernd latent angespannte Zahlungsbilanzsituation Westeuropas, vor allem Großbritanniens, in einer akuten Zuspitzung sichtbar gemacht. Obgleich die amerikanische Konjunktur, und damit die weltwirtschaftliche Konjunktur überhaupt, schon Mitte 1949 sich wieder nach oben gewandt hatte, war infolge des einmal ausgelösten psychologischen Druckes im Herbst 1949 die damalige Pfundabwertung nicht mehr zu vermeiden gewesen. Auch, diesmal ist es in erster Linie die Spekulation, die, einmal in Bewegung gesetzt, Pfund und Franc der Abwertung zuzutreiben schien. Der mit dem Regierungswechsel in Großbritannien erwartete Wechsel in der allgemeinen britischen Wirtschaftspolitik,und die Erwartung baldiger amerikanischer Hilfe lösten, vor allem da auch die amerikanische und weltwirtschaftliche Konjunktur sich wieder bessert, starke psychologische Gegenkräfte aus.


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