Personalie vom 20. Dezember 2025
Letzte Woche verabschiedete das SOEP Jürgen Schupp, der zum Ende des Jahres in den Ruhestand geht. In feierlicher Runde bezeichnete er sich selbst humorvoll als „Dinosaurier“ des SOEP. Er war während der 41 Jahre am DIW Berlin zunächst lange Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Survey-Manager der Infrastruktureinheit tätig und leitete diese auch viele Jahre als Direktor. Seine beeindruckende Karriere als Wissenschaftler war von Anfang an mit dem SOEP verwoben: Nach seinem Abschluss als Diplom-Soziologe an der Johann Wolfgang Goethe-Universität (heute: Goethe-Universität) in Frankfurt am Main im Jahr 1983 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Sonderforschungsbereich 3, „Mikroanalytische Grundlagen der Gesellschaftspolitik“ in einem an der Goethe-Universität angesiedelten Teilprojekt. Dort begeisterte ihn bereits ein weiteres neugestartetes Projekt des Sfb 3 (geleitet vom SOEP-Gründer und DIW-Präsidenten Hans-Jürgen Krupp), das zur Keimzeile des SOEP wurde. Jürgen Schupp wechselte Ende 1984 ans DIW Berlin und war maßgeblich an der gelungenen frühen Ausweitung des SOEP in der ehemaligen DDR beteiligt. 1994 wurde er an der Ruhr-Universität Bochum promoviert, 2006 ernannte ihn der Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften der Freien Universität Berlin zum Honorarprofessor für Soziologie.
Seit 2004 war er stellvertretender Leiter der Abteilung SOEP. Im Februar 2011 übernahm er gemeinsam mit Joachim R. Frick die Interimsleitung der forschungsbasierten Infrastruktureinheit SOEP. 2013 wurde er zum Universitätsprofessor (W3) für Soziologie, insb. Empirische Sozialforschung an der FU Berlin in Kooperation mit dem DIW Berlin berufen. Seitdem war er bis 2017 Direktor des SOEP. Unter seiner wissenschaftlichen Führung erhielt das SOEP bei verschiedenen Evaluationen wiederholt die Note „Exzellent“. Sein fortwährendes wissenschaftliches Erkenntnisinteresse führte dazu, dass aufgrund seiner Initiative kontinuierlich Innovationen ins SOEP eingeführt wurden, die die wissenschaftliche Exzellenz förderten und damit einen wichtigen Pfeiler des Erfolgs des SOEP bildeten.
Wir wünschen Jürgen Schupp beste Gesundheit und alles Gute für den nächsten Lebensabschnitt. Ganz im Sinne von Trude Herrs "Niemals geht man so ganz" ist anzumerken, dass Jürgen Schupp künftig den Titel „DIW Honorary Fellow“ tragen wird – seine Expertise wird dem DIW Berlin und dem SOEP somit erhalten bleiben.
Jürgen Schupp (ehemaliger SOEP-Direktor) neben Marcel Fratzscher (DIW-Präsident) auf der SOEP-Weihnachtsfeier 2025
© DIW Berlin