Der Mehrwertsteuer-Bonus: eine Alternative zu ermäßigten Mehrwertsteuersätzen

DIW Wochenbericht 24 / 2011, S. 12-18

Stefan Bach

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Abstract

Die Abschaffung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes wird derzeit wieder diskutiert. Eine solche Reform würde einkommensschwache Haushalte deutlich stärker treffen als Haushalte mit mittleren und hohen Einkommen. Diesen Verteilungswirkungen könnte ein Mehrwertsteuer-Bonus gezielt entgegenwirken. Dazu müsste der Staat eine zusätzliche Transferleistung zahlen, die sich an der durchschnittlichen Mehrwertsteuerbelastung von Haushalten mit geringem Einkommen orientiert. Ein solcher Bonus könnte nach Größe und Zusammensetzung der Haushalte differenziert und bei höheren Einkommen reduziert werden. Darüber hinaus könnte mit dem Bonus die Mehrwertsteuerbelastung auf geringe Einkommen vollständig erstattet werden. Um die Steuerausfälle zu kompensieren, müsste allerdings der Mehrwertsteuersatz auf 25 Prozent steigen. Die gesamte Mehrwertsteuerbelastung würde dann progressiv wirken. Die Einführung einer solchen Transferleistung wäre mit zusätzlichem Verwaltungsaufwand verbunden. Dafür könnten Verwaltungsaufwand und Wettbewerbsverzerrungen des derzeitigen ermäßigten Mehrwertsteuersatzes vermieden werden.

Stefan Bach

Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Staat

Themen: Steuern



JEL-Classification: H24;H22;D12
Keywords: VAT credit, reduced VAT rate, income distribution
Frei zugängliche Version: (econstor)
http://hdl.handle.net/10419/152151