Banken werden immer größer

DIW Wochenbericht 32 / 2011, S. 3-9

Sascha Binder, Dorothea Schäfer

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Abstract

Die Lehman-Insolvenz förderte die hohe Interdependenz und Ansteckungsgefahr im Bankensektor zu Tage. Die Vielzahl der gegenseitigen Kredit- und Anleihegeschäfte macht insbesondere die Insolvenz einer Großbank zum unkalkulierbaren Risiko. Um dieser Geiselhaft zu entkommen, wollen Aufsicht und Politik seit längerem das fremdfinanzierte Wachstum der Banken begrenzen. Dieses Bemühen steht beispielsweise auch hinter der neu eingeführten Leverage Ratio im Baseler Regelwerk (Basel III). Das DIW Berlin hat für Deutschland, Großbritannien und die USA untersucht, ob dies bisher gelungen ist. Dabei zeigt sich: In den Jahren vor der Finanzkrise haben die Bankbilanzen in allen drei Ländern sehr viel schneller zugelegt als das Bruttoinlandsprodukt. Im Wesentlichen wurde das exzessive Bilanzwachstum durch Fremdkapital finanziert. Die Maßnahmen im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise haben das Wachstum der Bankbilanzen nur kurzfristig gebändigt. Auch die neuen Eigenkapitalvorschriften (Basel III) sind voraussichtlich nicht in der Lage, das Bilanzwachstum einzudämmen.

Dorothea Schäfer

Forschungsdirektorin in der Abteilung Makroökonomie



JEL-Classification: G21;G32;N20
Keywords: Too-big-to-fail, Banks, Basel III, Balance Sheet Growth