Beschäftigungschancen auf dem Weg zu einer Green Economy – szenarienbasierte Analyse von (Netto-)Beschäftigungswirkungen

Monographien/ Sammelwerke extern , 146 S.

Ulrike Lehr, Dietmar Edler, Philip Ulrich, Jürgen Blazejczak, Christian Lutz

Dessau: Umweltbundesamt, 2019, 146 S.
(Umwelt, Innovation, Beschäftigung ; 2019, 3)

Abstract

Das Bild einer zukünftigen Green Economy ist geprägt von einer umfassend ökologisch modernisier-ten Wirtschaft, die zum einen insbesondere hinsichtlich Ressourcenverbrauch, Emissionsreduktion, Steigerung von Energie- und Rohstoffproduktivität, Produktgestaltung sowie der entsprechenden Umstellung von Wertschöpfungsketten den Anforderungen an einen nachhaltigen Zukunftsentwurf genügt und zum anderen neue Beschäftigungschancen eröffnet. Gerade weil es sich um einen umfas-senden Transformationsprozess handelt, sind die Auswirkungen dieses Prozesses insgesamt oftmals unsicherer als die Entwicklungen in einigen Teilbereichen.Heimische Produktion und Bereitstellung von Dienstleistungen, Integration von Wertschöpfungsket-ten und Erfolg auf internationalen Märkten stellen sich auch bei einer Green Economy als die aus-schlaggebenden Faktoren für positive gesamtwirtschaftliche Effekte heraus. Insbesondere der letzte Punkt wird in diesem Beitrag detailliert beleuchtet. Auf welchen Märkten hat Deutschland derzeit eine gute Ausgangsposition und wie wird sich dieser Markt – und Deutschlands Position – zukünftig entwickeln? Allerdings sind es vor allem auch im Inland ergriffene Maßnahmen, die sich auf die In-vestitionssicherheit von Industrie und Dienstleistern auswirken und die Weichen für die zukünftige Entwicklung im Übergang zur Green Economy stellen. Daher werden für drei Maßnahmenbündel die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen, insbesondere jedoch die Nettobeschäftigung, modellgestützt ermittelt. Die stärkere Betonung von Effizienz, Maßnahmen zur Lärmabsenkung und Emissionsver-minderung im Verkehr und weniger Flächennutzung sowie eine Stärkung des Ökolandbaus wurden detailliert untersucht. Die Gesamtbilanz ist in den meisten Fällen positiv. Der Übergang zu einer Green Economy lässt sich auch an einem Industriestandort wie Deutschland mit positiven wirtschaft-lichen Effekten und Mehrbeschäftigung verbinden.

The idea of a future green economy is characterized by a comprehensively ecologically modernized economy, which meets the requirements for a sustainable future, especially with regard to resource consumption, emission reduction, increasing energy and raw material productivity, product design and the corresponding conversion of value chains and in addition opens new employment opportunities. Because it is a comprehensive transformation process, the overall impact on the economy is often less certain than the developments in single sectors. The analysis in this report employs an environmental economic model to show the effects of different scenarios in a macroeconomic and sector specific perspective.Domestic production and provision of services, integration of value chains and success on international markets are also emerging as the drivers of positive macroeconomic effects in a green economy. In particular, the last point is discussed in detail in this report. In which markets does Germany currently have a good starting position and how will this market - and Germany's position - develop in the future? These questions are answered. However, it is above all domestic measures which have an impact on the investment security of industry and service providers and set the course for future development in the transition to a green economy. Therefore, for three sets of measures, the macroeconomic effects, and in particular the net employment, are modeled. The increased emphasis on efficiency, measures to reduce noise and emissions in transport and less land use, as well as a strengthening of organic farming were examined in detail. The overall balance is positive in most cases. The transition to a green economy can come with positive economic effects and more employment in an industrial location such as Germany.

Jürgen Blazejczak

Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt

Dietmar Edler

Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Unternehmen und Märkte