Filmindustrie: Berlin im Standortwettbewerb vorne

Pressemitteilung vom 6. November 2002

In Deutschland haben sich vier Zentren der Filmwirtschaft herausgebildet: München, Berlin, Köln und Hamburg. Das DIW Berlin hat die Anbieter filmbezogener Dienstleistungen nach ihren Standortpräferenzen befragt. In seinem aktuellen Wochenbericht 45/2002 kommt das Institut zu dem Ergebnis, dass Berlin im Vergleich der vier Städte mit Abstand am besten abschneidet. Dabei spielen Kostenüberlegungen die entscheidende Rolle; relativ günstig für Berlin fällt auch die Beurteilung der öffentlichen Förderung aus. Künftig dürfte die räumliche Konzentration der Filmwirtschaft eher noch zunehmen. Dies ist für Berlin eine Chance, sofern sie nicht durch die Verschlechterung der Rahmenbedingungen wie einer Kürzung der Filmförderung verspielt wird.
Die Filmproduktion ist eine stark desintegrierte, flexibel vernetzte Industrie, für die ein gewisses Maß lokaler Konzentration förderlich ist. Der lokalen Wirtschaftsförderung sind hier enge Grenzen gesetzt. Individuelle Subventionen sind kaum geeignet, Unternehmen aus ihren etablierten Netzwerken zu lösen. Recht aussichtslos erscheinen beispielsweise in der hier betrachteten Branche Versuche kleinerer Standorte, durch eine gezielte Filmförderungs- und Ansiedlungspolitik in die Liga der vier führenden Zentren aufzusteigen. Dies gilt insbesondere dann, wenn einsetzende Abwanderungsbewegungen zu einer Abwertung des Standortes führen, weil eine sinkende Qualität des lokalen Netzwerkes wahrgenommen wird. Aus demselben Grund ist damit zu rechnen, dass jede Neuansiedlung in einer Stadt weitere Neuansiedlungen oder Neugründungen zulasten anderer Standorte nach sich zieht. Einmal in Gang gekommene Entwicklungen können sich also - im positiven wie im negativen Sinne - leicht selbst verstärken.
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