Die energiebedingten CO2-Emissionen haben in Deutschland im Jahre 2002 gegenüber dem Vorjahr um 1,5 % auf rund 834 Mill. t abgenommen. Der aktuelle Wochenbericht 8/2003 des DIW Berlin bezeichnet die schwache Konjunktur sowie die mildere Witterung als maßgeblich für diesen Rückgang. Temperaturbereinigt errechnet sich ein Rückgang um lediglich 0,2 %. Im Vergleich zum (international vereinbarten) Basisjahr 1990 fielen die CO2-Emissionen im Jahre 2002 unbereinigt um reichlich 15 % und temperaturbereinigt um annähernd 16 % niedriger aus.
Deutschland gehört zu den wenigen Industrieländern, in denen die CO2-Emissionen in den 90er Jahren reduziert worden sind, doch sind die Fortschritte geringer als von der Bundesregierung angestrebt. Der Abstand zu ihrem ambitionierten nationalen Reduktionsziel für das Jahr 2005 – die Senkung der CO2-Emissionen gegenüber 1990 um ein Viertel – beträgt reichlich 90 Mill. t CO2. Um eine Reduktion in dieser Größenordnung zu erreichen, müssten die temperaturbereinigten CO2-Emissionen in den nächsten drei Jahren jeweils um rund 30 Mill. t oder um 3,8 % reduziert werden. Eine derart hohe Rate gab es bisher nur einmal Anfang der 90er Jahre als Folge des drastischen wirtschaftlichen Einbruchs in den neuen Bundesländern. In der Periode von 1991 bis 2002 betrug die jahresdurchschnittliche Emissionsminderung nur knapp 1 %. Vor diesem Hintergrund erscheint die Verwirklichung des für 2005 genannten Zieles als aussichtslos.
Selbst das im Rahmen des europäischen „burden sharing“ vereinbarte Ziel, die Treibhausgasemissionen bis 2008/2012 gegenüber 1990 um 21 % zu mindern, könnte verfehlt werden, wenn die klimaschutzpolitischen Anstrengungen nicht konsequent fortgesetzt werden.