Großbritannien: Erfolgreiche antizyklische Wirtschaftspolitik

Pressemitteilung vom 26. März 2003

Die wirtschaftliche Entwicklung in Großbritannien ist seit über einem Jahrzehnt deutlich günstiger als im Euroraum, so der aktuelle Wochenbericht 13/2003-14/2003 des DIW Berlin. Das Wirtschaftswachstum war höher, Preisanstieg und Arbeitslosenquote geringer. Von 1992 bis heute ist das Bruttoinlandsprodukt um 35 % und damit wesentlich stärker als im Euroraum (22 %) gestiegen. Die Arbeitslosenquote liegt seit mehreren Jahren bei gut 5 %, während sie im Euroraum rund 8 ½ % beträgt. Der Preisanstieg (HVPI) in Großbritannien war sowohl in den letzten Jahren wie auch im Durchschnitt des gesamten Zeitraums mit 1,8 % gegenüber 2,2 % deutlich niedriger.
Wesentlich für den Erfolg war, dass die Wirtschaftspolitik in Großbritannien entschieden antizyklisch war. Auch die kurz- und mittelfristigen Perspektiven sind vergleichsweise gut. Dies gilt um so mehr, wenn sich die Anpassung an das Produktivitätsniveau der wichtigsten Konkurrenzländer fortsetzt. Zudem hat die britische Wirtschaftspolitik einen relativ großen Handlungsspielraum, um gegebenenfalls einer Abschwächung des Wirtschaftswachstums wirkungsvoll zu begegnen. Zum einen hat die Notenbank die Möglichkeit, die Zinsen weiter zu senken. Zum anderen könnte die Finanzpolitik ihren antizyklischen Kurs über einige Jahre ohne größere Probleme fortsetzen.
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