Von der Osterweiterung der EU im Jahre 2004 könnte die Exportwirtschaft in Ostdeutschland aufgrund der geographischen Nähe zu den mittel- und osteuropäischen Beitrittsländern besonders stark profitieren. Anhand der Warenexporte nach Polen und Tschechien zeigt das DIW Berlin in seinem aktuellen Wochenbericht 33/2003, dass für Unternehmen dort noch ein erhebliches Exportpotential besteht. Es kann allerdings nur ausgeschöpft werden, wenn der generelle Wettbewerbsrückstand ostdeutscher gegenüber westdeutschen Unternehmen weiter abgebaut wird.
Die EU-Osterweiterung wird dem Handel zwischen den alten und den neuen EU-Mitgliedsländern zusätzlichen Schwung verleihen, weil die Transaktionskosten für den Warenhandel weiter sinken werden. Davon sollte die Exportwirtschaft in Ostdeutschland infolge ihrer Nähe zu den Beitrittsländern in überdurchschnittlichem Maße profitieren können. Die ostdeutsche Exportposition hat sich zwar merklich verbessert. Das derzeit erreichte Niveau ist aber noch erheblich ausbaufähig. Dabei müssen die ostdeutschen Unternehmen vor allem auf Innovationen setzen. Wichtige Voraussetzungen für eine steigende Exportproduktion in Ostdeutschland sind auch der weitere Ausbau der Infrastruktur, insbesondere im Verkehrsbereich, und die Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften.
Anhand des brandenburgischen Außenhandels wird untersucht, welche Potentiale sich der Wirtschaft des Landes im Warenaustausch mit Polen bieten. Die Analyse zeigt, dass sich die komparativen Vorteile Brandenburgs zu sehr auf Branchen mit geringen Wachstumschancen konzentrieren. Um den Handel mit Polen zukunftsfähig gestalten zu können, sollte Brandenburg vor allem seine derzeit noch schlechte Position in den Branchen mit spezialisierten Anbietern erheblich verbessern und seine gute Position bei wissenschaftsintensiven Produkten ausbauen. Die Unternehmen in Brandenburg müssen also innovativ sein, sich verstärkt in forschungs- und wissensintensiver Produktion engagieren und hier ein diversifiziertes Angebot entwickeln.