Der japanische Bankensektor befindet sich seit mehr als zehn Jahren in einer tief greifenden Krise; originäre Geschäftsbankfunktionen sind gestört. Zwar kommt jetzt die Bankenreform institutionell voran, der aktuelle Wochenbericht des DIW Berlin zeigt aber auf, dass wichtige Performance- Indikatoren auf die weiterhin schwierige Lage des Bankensektors hinweisen. So ist der Anteil notleidender Kredite trotz staatlicher Ankäufe nur geringfügig gesunken. Auch wegen der Abschreibungen notleidender Kredite sind die Kosten des Bankgeschäfts relativ hoch.
Siehe aktueller Wochenbericht 34/2003.
Erschwerend kommt hinzu, dass die realisierbaren Zinseinkünfte gering sind. Die seit vier Jahren anhaltende Deflation verschärft nach wie vor die Lage im Kreditgewerbe, da in einer solchen Situation der Anreiz, Kredite aufzunehmen, gering ist. Das Kreditvolumen sinkt daher auch seit mehr als drei Jahren. Der Geschäftsbankensektor, der eigentlich der Risikodiversifizierung und -transformation dienen soll, bleibt somit selbst ein Risikofaktor für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Ein Ausweg besteht in einer stärkeren internationalen Integration des japanischen Bankensektors.