Ein Sechstel der Unternehmen setzt auf Betreibermodelle

Pressemitteilung vom 3. Dezember 2003

Um ihre Wettbewerbsposition zu verbessern, bieten bereits 16% der Unternehmen im deutschen Maschinenbau Betreibermodelle an, so der aktuelle Wochenbericht des DIW Berlin 49/2003. Industrieunternehmen reichern ihr bisheriges Angebot zunehmend mit produktbegleitenden Dienstleistungen an, um die Wertschöpfungstiefe zu vergrößern und neue Marktpotentiale zu erschließen. Die Entwicklung geht dabei „vom Produkt zur Problemlösung“. Mit Betreibermodellen stellen Industrieunternehmen ihren Kunden Produktionsanlagen bereit, die sie selbst betreiben und nach deren produzierten Leistung sie bezahlt werden. Das Potential ist hierbei noch lange nicht ausgeschöpft.
Bei Unternehmen, die Endprodukte herstellen, beträgt der Anteil von Betreibermodellen an ihrem Umsatz bereits knapp 20 %. Die Maschinenbauunternehmen, die komplexe Anlagen in Einzelfertigung herstellen, beschäftigen sich besonders intensiv mit der Entwicklung von Betreibermodellen. So steigt der Anteil der Betreibermodellanbieter mit sinkender Seriengröße auf 21 % und mit wachsender Komplexität der hergestellten Produkte bis auf 20 %.

Das Angebot von Betreibermodellen ist auch abhängig von der Strategie des jeweiligen Maschinenbauunternehmens. In Unternehmen, die besonders auf Innovation und Technologie setzen, sind Betreibermodellangebote überdurchschnittlich häufig zu finden (19 %), und unterdurchschnittlich (8 %), wenn im Produktpreis der zentrale Wettbewerbsvorteil gesehen wird.

Obwohl größere Firmen grundsätzlich eher in der Lage sind, Betreibermodelle zu realisieren, werden sie auch von kleineren Unternehmen entwickelt. Möglicherweise müssen sie stärker auf den Konkurrenzdruck reagieren, was ihnen auch leichter fallen dürfte, da sie flexibler als Großunternehmen agieren können.
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