Auf ihrer außerordentlichen Konferenz am 10.2.04 in Algier haben die OPEC-Ölminister trotz anhaltend hoher Rohölpreise beschlossen, die Produktionsquoten zum 1.04.04 um 1 Million Barrel pro Tag (mbd) auf 23,5 mbd zu senken. Dies legt die Vermutung nahe, dass die OPEC ihr Preisziel implizit erhöht hat – auf etwa 28 US-Dollar je Barrel Rohöl –, weil sie sich inzwischen stärker an den Preisen in Euro orientiert, so der aktuelle Wochenbericht des DIW Berlin 8/2004.
Wenn sie dieses Ziel tatsächlich erreichen möchte, dann muss sie sicherstellen, dass die Produktion ihrer Mitgliedsländer künftig weitgehend den vereinbarten Produktionsquoten entspricht. Dies würde bedeuten, dass die Ölgewinnung der OPEC im Jahre 2004 im Vergleich zum Vorjahr nur geringfügig steigen könnte. Auch mittelfristig dürfte bei einem so hohen Preisziel kaum Spielraum für Produktionssteigerungen der OPEC (ohne Irak) bestehen. Einige OPEC-Länder planen aber deutliche Produktionssteigerungen in den nächsten Jahren. Es ist daher fraglich, ob die OPEC ihre derzeitige Strategie auf Dauer durchhalten kann.
Im Jahre 2003 betrug der Durchschnittspreis für OPEC-Rohöl gut 28 US-Dollar je Barrel, der höchste Stand seit fast 20 Jahren. Das lag vor allem daran, dass das Angebot relativ knapp blieb; so konnten die zu Beginn des Jahres sehr niedrigen Lagerbestände an Rohöl und Mineralölprodukten bis Ende 2003 nicht auf ein normales Niveau angehoben werden. In den USA sanken die kommerziellen Vorräte Anfang 2004 sogar unter den Stand, der bisher für eine reibungslose Ölversorgung der amerikanischen Industrie als notwendig erachtet wurde.