Deutscher Bankensektor im Umbruch - Sparkassen relativ gut positioniert

Pressemitteilung vom 9. Juni 2004

Die Sparkassen und Genossenschaftsbanken in Deutschland konnten im Durchschnitt der letzten zehn Jahre relativ hohe Renditen erwirtschaften. Dies zeigt eine Analyse des Dreisäulensystems, die das DIW Berlin in seinem aktuellen Wochenbericht 24/2004 vornimmt. Die Ergebnisse basieren auf einem Gutachten für das Bundesministerium der Finanzen, das bereits im April vorgestellt wurde.
Das deutsche Bankensystem befindet sich seit Jahren in einer schwierigen Ertragslage, sichtbar in einer im internationalen Vergleich geringen Rendite. Bereits in der Vergangenheit wurde darauf mit Personalabbau, Fusionen und Schließung von Bankstellen reagiert; in Zeiten konjunktureller Schwäche werden Ertragsprobleme mit besonderer Schärfe sichtbar. In Deutschland haben öffentlich-rechtliche Kreditinstitute mit einem Anteil von etwa 40% an der gesamten Bilanzsumme des Bankensektors ein hohes Gewicht. Zwischen den einzelnen Säulen des deutschen Bankensystems - private Banken, öffentlich-rechtliche Kreditinstitute und Genossenschaftsbanken - können keine Fusionen stattfinden.

Beispiele für die Umgestaltung des Bankensektors bieten Italien, Spanien und Frankreich. Nach einer Transformation der Rechtsform und Teilprivatisierungen haben sich die davon betroffenen Sparkassen offenbar auch unter den veränderten Rahmenbedingungen gut behaupten können. Das Bankensystem dieser Länder war vor der Reform ähnlich dem deutschen Dreisäulensystem strukturiert. Der für den Konsolidierungseffekt im Bankensektor typische Beschäftigungsabbau wurde dort inzwischen gestoppt. Insgesamt agieren die Banken in Europa gegenwärtig unter unterschiedlichen Bedingungen; hier bedarf es weiterer Harmonisierungsanstrengungen.
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